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Wie all die Jahre vorher wurde das Vereinsleben auch dieses Jahr
von der CMT geprägt. Nur dieses Jahr stand die CMT deutlich im Einfluss der
größten Naturkatastrophe, welche die Welt wohl je erlebt hat. Da ich
bei meinen Reisen nach Sri Lanka auch gute Freunde gefunden habe, die Gott sei
Dank alle überlebt haben, gingen meine Gedanken oft auf diese
wunderschöne Insel. Wie ich von ihnen erfuhr, sind sie schon fleißig
mit dem Wiederaufbau beschäftigt und hoffen darauf, dass wir bald wieder als
Freunde und Touristen zu ihnen kommen. Jeder von uns sollte dazu beitragen, dass
diese Menschen mit unserer Hilfe schnell wieder auf die Beine kommen.
Nun zu unseren neuen Vereinsräumen, die ihre Feuertaufe gut überstanden haben. Die Eröffnungsveranstaltung war ein großer Erfolg. Die Sozialbürgermeisterin Frau Müller Trimbusch eröffnete mit mir in einem lockeren Talk die Räume. Zahlreiche Gäste aus allen Bereichen der sozialen Einrichtungen aus Stuttgart waren anwesend. Aber auch die Bezirksämter und Mitarbeiter aus den kulturellen Bereichen der Stadt Stuttgart wollten sich dieses Fest nicht entgehen lassen. Nicht zu vergessen unsere Freunde, die in den Monaten zuvor kräftig mit anpackten, um diese Räume einzurichten.
Eine weitere Veranstaltung fand am 27.1.05 im Rahmen unseres Frauenprojekts Lilith statt. Sie war außergewöhnlich gut besucht und eröffnete das Projekt "Miteinander ins Viertel- Information, Kultur & Beratung für Frauen mit und ohne Behinderung in Stuttgart", das gemeinsam von uns, der Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit für Frauen und Männer der Stadt Stuttgart und dem Frauenzentrum Sarah initiiert wurde. Hier der Dank an alle Mitwirkenden, ihr habt beste Arbeit geleistet. In verschiedenen Gesprächen mit Anwesenden hörte ich heraus, dass sie gerne wieder kommen wollen.
Auch der Vorstand war nicht untätig und hat in einer Arbeitssitzung für 2005 einige Veranstaltungen geplant. Natürlich sind alle willkommen bei uns mitzuarbeiten und mit neuen Ideen mitzuwirken, um dazu beizutragen, die Zukunft des ABS /ZsL e.V. zu sichern.
Euer Johann Kreiter
Seit November 2004 findet jeden ersten Dienstag im Monat von 16.00 bis 19.00 Uhr das Offene Frauencafe statt, das gut angenommen wird. Im Januar haben wir zusammen mit der "Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit für Frauen und Männer" und dem "Frauenkulturzentrum Sarah" das Projekt "Miteinander ins Viertel - Kultur, Beratung & Information für Frauen mit und ohne Behinderung" gestartet. Der Eröffnungsabend als auch die andren Veranstaltungen wie Ballett, Arbeit trotz Handicap und der Lachtreff waren gut besucht. Im Mai und im Juni sind im Bewerbungstraining, beim Kulinarischen Abend und beim Stadtrundgang noch Plätze frei.
Im März haben nun endlich auch die ersten Veranstaltungen im Rahmen des Los-Projektes im Fasanenhof statt gefunden. Sie werden unter dem Titel "Lassen Sie sich nicht behindern" bis Ende Juni laufen und bieten eine bunte Auswahl von Veranstaltungen u.a. Selbstverteidigung und Workshops rund um das Thema Arbeit und Lebensplanung an. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Lokales Kapital für Soziale Zwecke und vom Europäischen Sozialfond gefördert. Wir möchten den Förderern auf diesem Wege danken.
Informationen zu allen Veranstaltungen finden Sie im Internet unter
Termine oder telefonisch
unter 0711/780 18 58.
Im Moment planen wir die Fortsetzung der Projekte im 2.Halbjahr 2005, damit wir Ihnen wieder ein interessantes Programm anbieten können.
Wir möchten noch mal daran erinnern, dass wir jeden 1. Mittwoch im Monat von 17.00 bis 19.00 Uhr eine offene Sprechstunde anbieten, in der jeder telefonisch oder persönlich mit individuellen Fragen auf uns zukommen kann.
Zum Schluss möchten wir uns einmal bei unseren Männern im Vorstand, insbesondere bei unserem 1. Vorsitzenden und unserem Kassierer dafür bedanken., dass sie uns die Freiheit geben, das Frauenprojekt Lilith und die damit verbundenen Projekte so eigenverantwortlich und kreativ zu gestalten. Danke Hans, für die große Unterstützung, das Vertrauen und den Glauben an uns. Danke Peter, für die zusätzliche Arbeit, die du dafür leistest.
Frauenprojekt Lilith
Andrea Petersen
Maria-Cristina Hallwachs
Die Beratungsarbeit im ABS/Zentrum Selbstbestimmt Leben entwickelt sich sehr gut.
Wir haben regelmäßig telefonische Anfragen von Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden und damit verbundene persönliche Beratungstermine. Im Verein haben sich inzwischen Ansprechpartner für bestimmt Gebiete herauskristallisiert, solange wir noch keine Vollzeit-Berater haben. Maria-Cristina Hallwachs arbeitet mit Studenten mit Behinderung und mit Frauen, Peter Epp berät Menschen mit Assistenzbedarf. Beide arbeiten mit Unterstützung von Andrea Petersen, die als Sozialarbeiterin für die Beratung in allen Bereichen, außer im Tourismus, verantwortlich und damit für jede Beratung ansprechbar ist. Die Bereiche Tourismus und Barrierefreies Bauen sind wie immer bei Hans Kreiter sehr gut aufgehoben.
Neben Einzelpersonen, Paaren und Familien sowie Freunden, beraten wir inzwischen auch andere Institutionen aus Stuttgart, die an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert sind.
Zur Erinnerung noch mal unsere Sprechzeiten:
Montag: 10- 12 Uhr
Dienstag:16-18 Uhr
Mittwoch:14-16 Uhr
Jeden 1. Mittwoch im Monat Offene Frauensprechstunde: 17-19 Uhr
Weitere Termine nach telefonischer Vereinbarung.
Andrea Petersen
von Dr. Tilmann Kleinau, Projektkoordinator Budgetassistenz der LAGH Baden-Württemberg und ABS-Vorstandsmitglied
Was ist ein persönliches Budget? Es ist ein monatlich ausbezahltes Geld, mit dem sich behinderte Menschen die Hilfe, die sie brauchen, selbst einkaufen können. Das Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg hat den Modellversuch "Persönliches Budget für Menschen mit Behinderungen" zusammen mit den Rehabilitationsträgern, Leistungserbringern und Vertretern der Behinderten-Selbsthilfe ins Leben gerufen. Rechtsgrundlage dafür sind §§ 9 und 17 des Sozialgesetzbuchs IX (SGB IX), wo es heißt, dass behinderte Menschen wahlweise anstelle einer Sachleistung auch Geld beziehen können. Damit wird ein längst notwendiger Perspektivenwechsel eingeleitet: Menschen mit Behinderung sollen nicht mehr länger Objekt der Fürsorge, sondern Subjekt ihrer eigenen Lebensgestaltung sein.
Persönliche Budgets werden in Großbritannien, den Niederlanden und Schweden bereits flächendeckend praktiziert. In Deutschland wurden persönliche Budgets in einem Modellprojekt in Rheinland-Pfalz erprobt. Heute erhalten dort ungefähr 800 Menschen mit Behinderungen Monat für Monat ein persönliches Budget. Außerdem laufen derzeit in mehreren Stadt- und Landkreisen in ganz Deutschland (München, Berlin, Dortmund u.a.) Modellversuche. Seit dem 1. Juli 2004 kann man bundesweit ein persönliches Budget beantragen. Zum 1.1.2008, nach Abschluss der Modellphase, wird das Persönliche Budget als mögliche Alternative zur Sachleistung überall in Deutschland eingeführt.
Für folgende Leistungen kann ein Budget bewilligt werden:
Je nach Einzelfall können folgende Kostenträger beteiligt sein:
Das Gesamtbudget ergibt sich aus der Summe der errechneten Teilbudgets. Der
Bedarf wird zuvor gemeinsam mit dem behinderten Menschen individuell ermittelt.
Teilnehmen können alle Menschen mit körperlicher, geistiger, Sinnes-
oder mehrfacher Behinderung. Das gesamte Konzept des Modellversuchs ist zu finden
auf der
Homepage des Sozialministeriums
unter dem Stichwort "Behindertenbeauftragter", dann "Persönliches Budget".
Die Ziele des Modellversuchs sind,
Drei Landkreise beteiligen sich am Modellversuch: der Bodenseekreis, der Rems-Murr-Kreis und der Landkreis Reutlingen. Derzeit erhalten insgesamt 49 Menschen mit Behinderung ein persönliches Budget, die meisten davon aus dem Bodenseekreis, weniger aus den beiden anderen Landkreisen. Am stärksten ist die Gruppe der psychisch kranken Menschen vertreten, weniger stark geistig behinderte Menschen, und nur wenig Körperbehinderte. Ursprünglich war an eine Gesamtzahl von 200-250 BudgetnehmerInnen gedacht, damit es zu auswertbaren Ergebnissen kommt. Das heißt, es muss noch kräftig für das neue Modell geworben werden. Die LAGH beteiligt sich an der Teilnehmerwerbung in den Modellregionen. Der Modellversuch läuft noch bis Ende September 2005.
Begleitend zu dem Modellversuch hat die Landesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte Baden-Württemberg (LAGH), ein Dachverband von 49 landesweit organisierten Selbsthilfeverbänden chronisch kranker und behinderter Menschen, eine Budgetassistenz (Beratungsstelle) für behinderte Menschen eingerichtet, weil sich in anderen europäischen Ländern im Umgang mit persönlichen Budgets gezeigt hat, dass eine qualifizierte und unabhängige Beratung vor Ort für viele Menschen mit Behinderung notwendig ist, damit ihnen der Übergang in ein selbständigeres Leben gelingt.
Budgetassistenz bedeutet die Beratung von Menschen mit Behinderungen, die ein Persönliches Budget in Anspruch nehmen (wollen). Beratung ist notwendig
Die Budgetassistentinnen haben die Aufgabe,
Dafür benötigen sie
Von September 2003 bis Juni 2004 war Frau Dipl.-Soz.päd. Cornelia Elser für alle drei Landkreise für die LAGH als Budgetassistentin auf Honorarbasis tätig. Seit Mitte Juni ist sie bei der LAGH angestellt. Sie berät Menschen aus dem Landkreis Reutlingen an zwei Wochentagen in Reutlingen und ist an weiteren drei Wochentagen in der LAGH-Geschäftsstelle in Stuttgart tätig, wo sie auch für den Rems-Murr-Kreis zuständig ist. Zum 1. Juli 2004 hat die LAGH Frau Diplom-Sozialarbeiterin Katja Biemer für den Bodenseekreis eingestellt. Sie berät an drei Tagen in der Woche die Menschen im Büro des CJD Bodensee-Oberschwaben in Friedrichshafen.
Der Modellversuch Persönliches Budget ist mit vielen Problemen behaftet an den Start gegangen und kommt erst allmählich in Fahrt. Die Probleme in Kürze: Die behindereten Menschen und ihre Betreuerund Angehörigen haben Angst vor Überforderung und Bürokratie, die Heimerzieher fürchten um ihre Arbeitsplätze, die beteiligten Ämter tun sich schwer mit der Bewilligung und dem Umdenkensprozess, der auch von ihnen erwartet wird, usw. Gleichzeitig hat aber der Gesetzgeber mit dem neuen SGB XII schon vorgegeben, dass persönliche Budgets eines Tages eine wichtige Säule im Versorgungssystem für behinderte und chronisch kranke Menschen werden sollen.
Allmählich jedoch spricht sich herum, dass behinderte Menschen damit gut zu Recht kommen können und diejenigen, die den Schritt wagen, dank ihrer Budgets ein Stück Selbstbestimmung, Flexibilität und Lebensqualität gewinnen. Dies ist, wie die wissenschaftliche Begleitforschung sagt, bei den meisten Leuten, die jetzt schon ein persönliches Budget bekommen, der Fall.
Das persönliche Budget ist sicher nicht für alle behinderten Menschen geeignet, sondern nur für manche von ihnen. Manchen ebnet es den Weg aus dem Heim ins ambulante Wohnen, oder es vermeidet Heimunterbringung da, wo sie nicht nötig erscheint. Für wen genau sich diese neue Form der Leistungsgewährung eignet, dazu wird die Begleitforschung in ihrem Abschlussbericht am 9. Juni 2005 Näheres ausführen.
Wer eine persönliche Beratung zum Persönlichen Budget wünscht, wendet sich bitte an Frau Dipl.-Soz.päd. Cornelia Elser, Budgetassistentin der LAGH Baden-Württemberg, Tel.: 0711 / 25 11 81-23.
Weitere aktuelle Informationen auf der
LAGH-Homepage.
Dr. Andreas Jürgens vom Forum behinderter JuristInnen ist mit einem Beitrag für die kobinet-nachrichten der Frage nachgegangen, warum ein Antidiskriminierungsgesetz in Deutschland längst überfällig ist.
Andreas Jürgens. Bildquelle: Bündnis 90/Die Grünen
"An Rollstuhlfahrer vermieten wir nicht mehr" wurde mir selbst bei einem europaweit tätigen Anbieter von Ferienwohnungen mitgeteilt, als ich mich telefonisch nach stufenlosen Angeboten erkundigen wollte. "Ohne nichtbehinderte Begleitperson kommen Sie bei uns nicht rein" erhielt ich als Auskunft, als ich für meine damalige Lebensgefährtin - ebenfalls Rollstuhlfahrerin - und mich Eintrittskarten besorgen wollte. Der geplante Musicalabend fand ohne uns statt.
"Behinderte versichern wir nicht" ist Geschäftsprinzip vieler Versicherungsunternehmen. Körperbehinderte Menschen erhalten keine Lebensversicherung, Eltern geistig behinderter Kinder können keine Haftpflichtversicherung finden, die Unfallversicherungen zahlen pflegebedürftigen Menschen bei einem Unfall nur die Beiträge zurück.
Erst kürzlich wurde eine Gruppe Behinderter gebeten, ein Restaurant in Hamburg nicht mehr aufzusuchen. Eine armlose conterganbehinderte Frau in Frankfurt wurde aufgefordert, ein Restaurant zu verlassen, weil sie mit den Füßen isst. Alle diese Beispiele haben eines gemeinsam: die betroffenen behinderten Menschen waren und sind weiterhin rechtlos. In allen Fällen geht es rechtlich um den Abschluss eines Vertrages: Beherbergungs-, Bewirtungs-, Versicherungsvertrag. Und da gilt die Vertragsfreiheit: jeder darf den Abschluss eines Vertrages ablehnen, ohne dass dies einer Begründung bedarf. Die Motive sind dabei unerheblich. Das Recht steht daher auch auf Seiten derer, die behinderte Menschen diskriminieren, indem sie ihnen einen Vertragsschluss verweigern.
Das soll sich jetzt endlich ändern. Schon seit langem fordern behinderte Menschen und andere Minderheiten, dass sich das Recht auf ihre Seite stellt im Kampf gegen Diskriminierungen. Nach einem Entwurf der rot-grünen Regierungskoalition in Berlin soll das jetzt Wirklichkeit werden. Bei der Begründung, Durchführung und Beendigung zivilrechtlicher Verträge darf danach niemand aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden.
Kaum liegt dieser Vorschlag auf dem Tisch, sehen die Gegner eine "Umwälzung der Rechtsordnung", einen Angriff auf "den Freiheitsgedanken des Grundgesetzes", gar eine "Kulturrevolution". Es wird suggeriert, dem einzelnen solle seine Freiheit genommen werden, Verträge zu schließen, mit wem er will. Jeder müsse sich rechfertigen, wenn ein Vertragsschluss nicht zustande komme. Wer künftig sein Auto verkaufe, eine Wohnung im eigenen Haus vermiete oder das Chinarestaurant um die Ecke meide, müsse damit rechnen, vom abgelehnten Kaufinteressenten, Mietbewerber oder Restaurantbetreiber mit Klagen überzogen zu werden.
Es geht aber gerade nicht darum, in den Privatbereich der Menschen "hineinzuregieren". Die Anti-Diskriminierungsvorschrift soll nämlich gelten bei Verträgen, die "typischerweise ohne Ansehen der Person zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen". Im Klartext: wer alle auffordert, in seinem Restaurant zu essen, und alle bedient, die zu ihm kommen, darf behinderte Menschen von diesem Angebot nicht willkürlich ausschließen. Aber wer eine Privatparty veranstaltet, bestimmt immer noch über den Kreis der Gäste und darf ihn von Behinderten, Ausländern, Schwulen und alten Menschen freihalten.
Wer eine Vielzahl von Wohnungen an jeden vermietet, der sie bezahlen kann, darf Schwule nicht willkürlich zurückweisen. Aber wer eine Studentenbude im eigenen Haus vermietet, kann weiterhin nach Gusto und Vorurteilen handeln, ohne Folgen zu fürchten. Wer Autos oder andere Waren allen zum Kauf anbietet, darf diese nicht willkürlich nur an Weiße verkaufen. Aber wer seinen eigenen Gebrauchtwagen verkauft, darf ihn jedem vorenthalten, dessen Nase ihm nicht passt.
Es geht also nicht um Eingriffe in das Privatleben. Es geht darum, dass Marktmacht nicht unter dem Vorwand der Vertragsfreiheit zur Diskriminierung benachteiligter Bevölkerungsgruppen eingesetzt werden darf. Wir stehen vor der Entscheidung, was uns wichtiger ist: die Freiheit, Vorurteile zu haben und andere zu diskriminieren, oder die Freiheit benachteiligter Minderheiten, so zu leben wie andere auch. An Einzelheiten der vorgesehenen Regelungen mag noch im Gesetzgebungsverfahren gefeilt werden.
Insgesamt ist an ihr aber nur eines kritikwürdig: dass sie erst jetzt kommt. In anderen Rechtsordnungen gibt es längst vergleichbare Vorschriften. Es wird Zeit, dass sich auch in Deutschland das Recht auf die Seite der Diskriminierten stellt.
München (kobinet) Am 23. Februar wird der Stadtrat die Wahl
von Oswald Utz bestätigen. Dann hat Bayerns Metropole ihren ersten
Behindertenbeauftragten. «Mir wurde gesagt, das sei nur noch eine
Formalität», erklärt der 40-jährige Rollstuhlbenutzer
gegenüber kobinet. Gestern wurde er gewählt; und am 24. Februar wird er
im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.
Oswald Utz ist kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Behindertenarbeit. Wie seine beiden Brüder mit einer Osteogenesis imperfekta (Glasknochenkrankheit) lebend, engagiert er sich seit vielen Jahren beim Verbund behinderter Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber (VbA) und seit zwei Jahren im Vorstand des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA). Sportbegeisterte kennen ihn als aktiven und erfolgreichen Elektrorollstuhl-Hockey-Spieler.
Vier Jahr dauere seine Amtszeit, berichtet Utz, der hauptberuflich bei der Volkshochschule München arbeitet: «Als Behindertenbeauftragter bin ich ehrenamtlich tätig, bekomme aber eine monatliche Aufwandsentschädigung von 1200 Euro. Damit muss ich Fahrtkosten usw. bestreiten. Außerdem steht mir eine Sekretärin mit einer Halbtagsstelle zur Verfügung». Zusätzlich stünde ein Etat für eine Arbeitsassistenz in Aussicht. Wie viel Arbeit letztendlich auf ihn zukommt, kann Utz noch nicht abschätzen. «Erfahrungswerte gibt es logischerweise keine, da ich der erste Behindertenbeauftragte sein werde. München ist ja nicht gerade eine Kleinstadt, da gibt es sicherlich einiges zu tun». Bis ins Detail kennt er seine Aufgaben und Möglichkeiten noch nicht. Anhörungs- und Antragsrecht habe er, meint Utz.
Als besondere Schwerpunkte seiner Tätigkeiten sieht er die Barrierefreiheit und das Schaffen von ambulanten Hilfestrukturen. «In München gibt es zwar verhältnismäßig viele behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und es gibt etliche Heime. Das Angebot, dazwischen ist aber recht dünn. Dabei gibt es jedoch genügend Menschen, die nicht in Einrichtungen leben wollen, die aber nicht selbst Arbeitgeber für ihre Assistenten sein können oder wollen. Hier ist großer Handlungsbedarf. Ich freue mich jedenfalls schon auf die Herausforderungen, die auf mich zukommen». elba
Liebe Leser,
dieser Artikel wurde von Kobinet übernommen und wurde von Elke Bartz
geschrieben. In Stuttgart gibt es weder einen Behindertenbeauftragten noch einen
Behindertenbeirat. Es stellt sich die Frage braucht Stuttgart so eine Stelle, die
neutral ist, also nicht eine von der Politik installierte Stelle für die
behinderten Bürger dieser Stadt. Eure Meinung würde uns brennend
interessieren. Meldet euch bei uns per Telefon (0711/228 18 58), E-Mail
info
@
aktive-behinderte·de oder mit einem Leserbrief.
Ein weiteres wichtiges Mitglied unseres Vorstandes ist Peter Epp.
Peter wurde am 26.05.1955 in Bad Cannstatt geboren, hat nach seinem
Hauptschul-abschluss eine Lehre bei der Schwabengarage gemacht und dann bei
verschiedenen Autohäusern in Stuttgart gearbeitet.
1982 hat sich sein Leben schlagartig geändert. Bei dem Versuch, ein Gewehr von der Wand zu holen, löste sich ein Schuss und durchbohrte Peters Halswirbelsäule. Nach der Erstversorgung in Heidelberg und der Berufsfindung und Umschulung als Industriekaufmann in Schlierbach, machte sich Peter auf die erfolglose Suche nach einem Arbeitsplatz.
Es folgten mehrere Jahre mit vielen Urlauben in der ganzen Welt, bis Peter vor 3 Jahren in Kontakt mit Hans Kreiter kam. Dieser suchte jemand, der die Kasse des Vereins machen könnte. "On na han i dacht: noja gut, des bissle mach'sch au no… on seither hen i koi zeit me für elles andre."
Neben dem Reisen hat Peter noch ein zweites großes Hobby: das Malen. Einem Freund hat er mal gesagt: "Wenn i alle drei Sachen beinandr hon: Pinsel, Farb on Leiwand, na fang i glei a zom mola." "D'Farb hon i g'het un der hot mer dann Pinsel on Leiwand b'sorgt. Un na hon i mole müsse". Bilder wie das neben der Küche in den Räumen des ABS, sind Bilder von Peter.
Wenn Peter nebenbei mal Zeit hat computert er oder spielt bei ebay rum, hätte aber gern etwas mehr Zeit zum Malen und mehr Geld zum Urlaub machen.
Für den Verein hofft Peter, dass dieser sein Ziel erreicht, zwei Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen, dass er sich in Zukunft vergrößern kann und seine Bereiche erweitert. Er wünscht sich mehr Unterstützer, die den Hauptschaffern etwas Arbeit abnehmen. Die Aufgabenbereiche des Vereins sieht Peter darin, anderen eine Anlaufstelle für deren Probleme zu sein, Beratung zu bieten.
Jimmy arbeitet seit über 10 Jahren bei Peter und mit ihm zusammen und ist inzwischen mehr als nur derjenige, der Peter bei den Dingen hilft, die dieser nicht selber machen kann. Nach so langer Zeit des gemeinsamen Arbeitens entwickelt sich natürlich auch eine Freundschaft. Man kennt viel vom Privatleben des anderen, dessen Verwandte und die Freunde, gemeinsam werden Unternehmungen geplant, Freunde erkundigen sich nach dem anderen.
Natürlich gibt es auch mal Schwierigkeiten, z.B. am Ende der Woche, wenn sich die beiden lange gesehen haben. Doch für beide sind das meist unwichtige Dinge, über die sie sich im Moment ärgern und sie im nächsten wieder vergessen haben. Peter ist vielleicht ein Choleriker, wenn er sich über seinen Computer ärgert, was aber Menschen betrifft, kann er unglaubliche Geduld haben und dies schätzt Jimmy sehr. Und natürlich ist es auch etwas anderes, ob man wie Jimmy in einem Jobverhältnis ist, man kann nach einer Woche die Tür zu machen und gehen, oder ob ständig jemand um einen ist, so wie bei Peter.
Miteinander zu reden ist Voraussetzung für diese Arbeit. Man muss ehrlich sagen können, was einem nicht passt oder was einen ärgert. Außerdem muss Jimmy die Arbeit so machen, dass Peter sie akzeptieren kann. Auch muss jeder den anderen mit all seinen Eigenarten annehmen und nicht versuchen, diese zu ändern. Da gelten manchmal ähnliche Regeln wie in einer Partnerschaft.
Jimmy macht die Assistenzarbeit gerne, sie hat für ihn auch
viele Vorteile. Er muss eine Woche 24 Stunden täglich bei Peter sein, hat
danach aber 2 Wochen frei, was für ihn bedeutet, er kann in dieser Zeit noch
woanders arbeiten. Für ihn ist die Arbeit in der Assistenz eine sinnvolle
Arbeit ohne direkten Vorgesetzten, mit angenehmen Arbeitszeiten.
Jimmy`s Umfeld reagiert oft erstaunt auf diese ungewöhnliche Arbeit, für die Freundin sind die Arbeitszeiten manchmal belastend. Trotzdem macht es Jimmy Spaß, er genießt die Individualität von Peter und die dieser Arbeit. Nach einer Woche mit Peter kann er problemlos die Tür zu ziehen und sich in sein Leben stürzen. Dies heißt aber nicht, dass er sich nicht auf die nächste Arbeitswoche freut und dann gerne wieder kommt.
Bereits im Frühjahr 2004 beschließe ich, zusammen mit Nicole und Tim Neuseeland zu entdecken. Wir wählen als Reisemonat den Januar im dortigen Hochsommer. Um die lange Reise möglichst angenehm und schadlos zu überstehen - immerhin beträgt die gesamte Flugzeit circa 24 Stunden - buchen wir frühzeitig unsere Flüge mit einer Pause von jeweils zwei Tagen in Malaysia. Auch ein geeignetes Fahrzeug in Neuseeland ist schnell gefunden. Am 22. Januar 2005 endlich ist unser Start geplant.
10 Tage vor Abflug erfährt Nicole, dass sie wegen einer dringenden Operation nicht verreisen kann. Was tun? So eine große Reise kann ich nur mit zwei Begleitpersonen durchführen. Die Reise verschieben ist nicht so einfach möglich. Ich suche eine andere Begleitperson. Und tatsächlich - mein ehemaliger Assistent Nico ist zu meinem Glück (leider) arbeitslos und kann deshalb spontan einspringen. Die Fluggesellschaft weigert sich anfangs, Nicoles Flugticket für Nico freizugeben, aber die Drohung, zwei weitere Flüge abzusagen, überzeugt sie.
Am 22.1.2005 starten wir mittags bei circa 0 Grad in Frankfurt. Nach über 10 Stunden Flugzeit landen wir endlich morgens in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias. Mit dem Ausstieg aus dem Flugzeug beginnt mein Abenteuer: für den Transport vom Flugzeugsitz zu meinem Rollstuhl bringt die Stewardess eine Art Campingklappstuhl mit Rädern. Leider bin ich zu groß, sodass Nico auf dem langen Weg durch das Flugzeug meinen Rücken stützen und Tim meine Beine tragen muss.
Wir tauchen in eine völlig neue, uns fremde Welt. Dank der Äquatornähe erwarten uns bereits bei Sonnenaufgang 27 Grad und eine gewaltig drückende Luftfeuchtigkeit. Meine beiden Begleiter setzen mich in den (natürlich nicht rollstuhlgerechten) Minibus, der uns vom Flughafen in die 70 Kilometer entfernte Stadt bringt. Da der Kofferraum voll ist, wird mein Rollstuhl kurzerhand auf den Beifahrersitz gequetscht. Auf der Fahrt durch endlose Plantagen von saftig grünen Palmen steigt in mir die Vermutung auf, dass unser Fahrer noch mehrere Leben vor sich hat, denn sein Fahrstil lässt darauf schließen, dass er auf ein zukünftiges besseres hofft.
Als Basislager für unseren zweitägigen Aufenthalt beziehen wir unser Hotelzimmer im 20. Stock. Die Klimaanlage kühlt die Luft auf angenehme Temperaturen und die Fenster dämpfen den Lärm des unendlichen Verkehrs. Von unserem Hotel sind wir positiv überrascht. Auf einer Dachterrasse im zehnten Stock, eingekeilt durch drei hohe Gebäude, befindet sich ein Swimmingpool mit einem künstlichen Wasserfall und einem kleinen tropischen Park. Das Frühstücksbuffet bietet für nahezu jeden Gaumen der Welt Köstlichkeiten: frische, bereits geschälte und geschnittene tropische Früchte, Brot, Kuchen, Omelette, asiatische Reisgerichte, indische Nudelgerichte, Müsli, Kaffee, Tee, Fruchtsaft und vieles mehr stärkt uns für die vor uns liegenden Extremtouren durch die Stadt.
Wir verlassen mittags das kühle Hotel und tauchen in die
feuchte 35 Grad heiße Luft. Kuala Lumpur (auf Deutsch "schlammige
Flussmündung") - meist einfach KL genannt - ist mit circa 1,5 Millionen
Einwohnern die größte Stadt des Landes. Mir scheint, dass jeder
Einwohner entweder Auto oder Moped fährt und die akustische
Umweltverschmutzung durch den Verkehr ist entsprechend beängstigend.
Fußgängerüberwege sind äußerst rar. Normalerweise muss man wie ein Hase zwischen den stinkenden und lärmenden Blechgeschossen die Seiten wechseln. Dies ist mit dem Rollstuhl eine wahre Herausforderung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Höhe eines Borlefteins mindestens 30 cm beträgt. Angesichts dieser Bedingungen erreichen wir unser erstes Ziel nur mühsam, aber lebend und unverletzt!
Mit 452 Metern überragen die Petronas Towers die Stadt (nur
der neue Wolkenkratzer Taipei 101 mit 508 Metern ist höher). Von 1996 bis
2003 waren die Türme mit ihrer markanten Brücke die höchsten
Gebäude der Welt. Sie sind 1998 fertiggestellt worden und haben beide
jeweils 88 Stockwerke, 76 Aufzüge, darunter 29 doppelgeschossige
Hochgeschwindigkeitslifte, die jeweils 26 Menschen aufnehmen können. Zum Bau
der Türme wurden annähernd 37.000 Tonnen Stahl verbaut. Zusammen
besitzen sie 32.000 Fenster. In 170 Metern Höhe (zwischen dem 41. und 42.
Stock) sind beide Türme durch eine Stahlbrücke miteinander verbunden,
die im Jahr 2000 für die Öffentlichkeit freigegeben wurde. Sie ist 58
Meter lang und wiegt rund 750 Tonnen.
Tatsächlich finden wir eine barrierefreie Untergrundbahn, die PUTRA Line. Bis zur Haltestelle sind es nur 200 Meter von unserem Hotel. Auf diesen 200 Metern müssen wir eine sechsspurige Straße ohne Fußgängerüberweg kreuzen, zwei Mammutborlefteine bewältigen und einige im Gehweg eingelassene Gitterroste geschickt umfahren, da die Schlitze darin so breit sind, dass sie zu Rollstuhlfallen werden können. Ab dem Aufzug zur Bahn ist tatsächlich alles rollstuhlgerecht. Für umgerechnet 30 Cent fahren wir mitten ins Zentrum. Am Ziel angekommen kommen uns aus dem 10-Personen-Aufzug mindestens 20 verschleierte Frauen in langen Kleidern entgegen. Verblüfft fragen wir uns, warum sie nicht die Rolltreppe benutzen, bis wir dort am Einstieg das Verbotsschild für Bodenlangkleidträger entdecken.
Unweit unserer Haltestelle liegt die zauberhafte kleine
Masjid Jamek Moschee, genau an der Stelle, wo sich die ersten
Siedler niederließen. Dort fließen die zwei Flüsse Gombak und
Klang zusammen, ein Platz, der als Geburtsort von Kuala Lumpur bezeichnet wird.
Die Moschee ist für Publikum geöffnet. Vor dem Betreten muss man die
Schuhe ausziehen und die Füße waschen. Obwohl ich keine Schuhe anhabe
und meine Füße sauber sind, darf ich mit dem Rollstuhl nicht hinein.
Anders im nicht weit entfernten chinesischen Tempel: Hier darf ich hinein - allerdings gibt es eine Stufe. Trotz der überwältigenden Pracht der chinesischen Pagode treibt uns die vom Weihrauch getrübte Luft in der drückenden Hitze weiter.
Gleich hinter dem nächsten Häuserblock erreichen wir den
wohl prächtigsten Hindutempel von ganz Malaysia. Der Sri
Mahamariaman Tempel wurde im Jahre 1873 gebaut. Die bis ins kleinste
Detail ausgearbeiteten Verzierungen und Ornamente sind in sehr
zeitaufwändiger Handarbeit fein geschnitzt und mit Gold eingelegt unter
Verwendung von vielen edlen Materialien sogar aus Italien und Spanien. Leider
gilt auch hier Rollstuhlverbot.
Vom Tempel mitten in China Town gehen wir durch eine schmale Gasse, in der
seitlich dicht an dicht die leeren Verkaufstische für die abendlichen
Märkte aufgereiht sind. In der wabernden, feuchten Hitze schlägt uns
ein ekelerregender Gestank von vergammelnden Fisch-, Fleisch- und sonstigen
Essensresten entgegen. Entsetzt atme ich durch den Mund und verschließe die
Nase, sehe gerade noch, wie unzählige Ratten vor uns die Flucht ergreifen
und atme erleichtert auf, als wir die Petaling Street
erreichen. Hier sind die Läden den ganzen Tag über
geöffnet und das Einkaufen wird zu einem ganz neuen Erlebnis. Imitationsware
jeglicher Sorte, Handtaschen, Souvenirs, Uhren, Kleidung, Gewürze, Obst,
Gemüse und vieles mehr können hier erstanden werden. Und zahle nicht
den ausgeschilderten Preis! Denn hier heißt es feilschen! Eine Einwohnerin
rät uns, das Anfangsgebot auf 10 Prozent zu setzen. Tatsächlich handelt
Tim ein Paar (Original?) Sportschuhe auf die Hälfte des Anfangspreises
herunter. Dabei beträgt dieser bereits nur ein Zehntel verglichen mit
Deutschland.
Nach dem Lärm und Gedränge bietet es sich an, im nahe
gelegenen Park Taman Tasik Perdana, auch Lake Gardens genannt,
ein bisschen Ruhe zu genießen. Die Anlage stammt in seiner Grundlage aus
dem Jahr 1880. Dieses beliebte Naherholungsgebiet ist fast 100 Hektar groß
und hat in der Mitte einen schönen künstlichen See. Das üppige
Grün des Parks bettet blühende Büsche und Blumen ein und wird von
hohen schattigen Bäumen überdacht, auf denen wir sogar Affen finden.
Wir besuchen den größten Vogelpark Südostasiens: Über eine
riesige Fläche mit Bäumen und Büschen, kleinen Flüssen und
Wasserfällen spannt sich ein Netz und die meisten Vögel können
daher frei umherfliegen, ohne zu entkommen. Die Tiere sind an die Menschen
gewöhnt und daher überhaupt nicht scheu. Manche können sogar
sprechen und begrüßen uns (allerdings auf Englisch!).
Den Sonnenuntergang genießen wir auf KLs Fernsehturm Menara. Er ist mit einer Höhe von 421 Metern der vierthöchste der Welt. Die Aussichtsplattform befindet sich 376 Meter über der Stadt. Vor unseren Augen breitet sich ein riesiges Lichtermeer aus. Direkt gegenüber strahlen uns die Petronas Towers entgegen. Weiter hinten entdecken wir das hellblau beleuchtete, gefaltete Dach der Nationalmoschee Malaysias. Dieses markante Gebäude liegt direkt neben dem Hauptbahnhof, der im Jahre 1910 im maurischen Stil erbaut wurde und den Eindruck eines Palasts hervorruft.
Die ereignisreichen Tage lassen sich kulinarisch angenehm und abwechslungsreich beenden. Neben malaiischer Küche findet man indische, japanische, vietnamesische, chinesische und viele andere Restaurants. Die Speisen sind köstlich und die Preise extrem niedrig. Für weniger als zwei Euro kann man sich wirklich satt essen und dazu auch noch genügend trinken.
Nach zwei abenteuerlichen Tagen in KL fahren wir abends mit dem Taxi zum Flughafen. Unser Fahrer fährt so flott seinem nächsten Leben entgegen, dass ich in der Kurve mit dem Kopf gegen die Scheibe knalle und sich mein Brillengestell verbiegt. Ich verlasse die neue, uns so fremde Welt wieder mithilfe des Campingklappstuhls und verschwinde im Jumbojet nach Neuseeland.
Es wird angenommen, dass das erste polynesische Volk, die Vorfahren der heutigen Maori, zwischen 1000 und 1100 nach Christi in Doppelrumpf-Kanus nach Tausenden von Kilometern über offenes Meer das Land erreichten, dass sie fortan Aotearoa nannten, nämlich das "Land der langen weißen Wolke". Es muss sich um eine geplante Auswanderung gehandelt haben, denn in ihren Kanus transportierten die Neuankömmlinge auch Hunde und Nutzpflanzen, wie zum Beispiel die Süßkartoffel. Erst 1642 entdeckte der holländische Seefahrer Abel Tasman als erster Europäer das heutige Neuseeland. Über 100 Jahre lang wurde Neuseeland ignoriert, bis der aus dem englischen Yorkshire stammende James Cook 1769 die Inseln erreichte. Die eigentliche Besiedlung durch Europäer begann allerdings erst am Anfang des 19. Jahrhunderts. In den Jahren 1839 bis 1843 besiedelten etwa 19.000 Kolonisten Wellington, Nelson, New Plymouth und Wanganui. Zu dieser Zeit entstand auch die Stadt Auckland.
Wir erreichen das Ziel unserer Träume nach einem nur
zehnstündigen Flug, dem kürzesten unserer Reise. Eine halbe Stunde vor
der Landung gehen die Stewardessen durch die Sitzreihen des Flugzeuges und nebeln
uns mit Desinfektionsmittel ein. Die Neuseeländer haben panische Angst, dass
durch Einschleppen von Samen, Pflanzen oder Tieren ihre (auch nicht mehr ganz)
heile Flora und Fauna geschädigt werden könnte. Deswegen wird auch nach
der Landung das Gepäck stichprobenartig nach Gefahrenquellen durchsucht, der
Lehm im Schuhsohlenprofil geprüft und angefangene Essensreste
ordnungsgemäß vernichtet.
Zur Begrüßung auf dem von Frankfurt am weitesten entfernten Flughafen in Auckland steht mein Rollstuhl am Flugzeug nicht bereit. Glücklicherweise sind neuseeländische Transportrollstühle entschieden größer als asiatische, und wir begeben uns zur Gepäckausgabe. Alle Koffer sind schon da - jedoch kein Rollstuhl! In mir kommt Panik auf. Das Bodenpersonal sucht nahezu eine halbe Stunde. Der Rollstuhl ist gefunden, jedoch fehlt ein Rad. Nach weiteren 10 Minuten taucht zum Glück auch dieser Ausreißer wieder auf. Jedoch ist mein Stuhl durch die grobe Behandlung beschädigt, aber noch gebrauchsfähig!
In der Schalterhalle treffen wir uns mit Frank, der uns unseren Mietwagen übergibt. Einem Eiswagen nicht unähnlich, erwartet uns das weiße, einzigartige Ungetüm auf dem Parkplatz. Per Knopfdruck öffnen sich behäbig nacheinander die beiden Flügeltüren am Heck, anschließend klappt eine riesige Hebebühne heraus und senkt sich langsam zu Boden. Das Herauffahren der Bühne zusammen mit mir in unserem dreiwöchigen Begleiter geht nicht schneller vonstatten. Mit vier Gurten wird mein Rollstuhl direkt hinter dem Beifahrer auf der linken! Seite fixiert. Ja, dank des englischen Einflusses herrscht auch hier Linksverkehr. Für unseren Fahrer Tim ist dies in der 3-Gang-Automatikblechdose kein Problem.
Unsere erste Fahrt führt uns zum Backpacker-Hostel in Auckland. Ursprünglich für Rucksacktouristen wurde ein engmaschiges Netz dieser preiswerten Unterkünfte aufgebaut. Meist handelt es sich um wunderschöne alte Villen, Farmen, ehemalige Klöster oder Schulen. Neben Schlafsälen werden 2-, 3- oder 4-Bettzimmer zum Teil mit Gemeinschafts-, oft auch mit Privatbadezimmer angeboten. Einige sind mittlerweile barrierefrei. In jedem Hostel gibt es Gemeinschaftsräume, wie Wohnzimmer mit Fernseher, eine komplett eingerichtete Gemeinschaftsküche mit Kühlschränken, Backofen und Herd, oft Terrassen mit Grill, Hängematte, Kräutergarten und vieles mehr. Wir treffen Menschen aus der ganzen Welt, sprechen manchmal stundenlang in Englisch, bevor wir feststellen, dass unser Gegenüber aus der Schweiz kommt.
An unserem ersten Morgen in Neuseeland frühstücken wir - wie nahezu jeden Morgen - im Garten. Schon um 10:00 Uhr brennen die kräftigen Sonnenstrahlen durch die klare, fast immer bewegte Luft. Obwohl ich nicht empfindlich bin, empfiehlt sich ein Sonnenlichtschutzfaktor von mindestens 12! Frisch gestärkt heben mich meine beiden Begleiter in das 3-Gang-Lärmmobil, die Hebebühne wird ab jetzt wegen motorischer Langsamkeit geschont. Wir gehen auf Entdeckungstour nach Auckland, der größten Stadt Neuseelands. Die Hochhäuser in Downtown werden vom imposanten Skytower überragt, der mit 328 Metern das höchste Gebäude Neuseelands ist. Die Innenstadt zeigt sich sehr beschaulich. In Fußgängerzonen nahe der Universität spielen Straßenmusikanten, auf den gepflasterten Gehwegen hocken Experten, die im Blitzschach Passanten abzocken, Tische und Stühle auf den Plätzen vor den Straßencafes laden zum Verweilen ein. Wir nehmen vor einer Bar unter freiem Himmel Platz und bestellen ein gepflegtes Bier. Doch da kommt schon der Hinweis von der Bedienung: Alkohol wird nur drinnen verkauft, für den Straßenverkauf braucht man eine extra Lizenz. Weiter geht es zum neuseeländischen Automobilverein (AA). Dort erhalten wir kostenlos Informationen über Neuseeland sowie einen Hotelführer.
Am späten Nachmittag erreichen wir das Hafenviertel. Herrliche Segelyachten, gemütliche Restaurants am Pier und Möwen vermitteln eine entspannte Atmosphäre. Zwischen den neuen Gebäuden finden wir immer wieder interessante alte Bauten, wie das 1912 errichtete, neoklassizistische Ferry Building, den Knotenpunkt der Fährverbindungen.
Hinter der übersichtlichen Innenstadt erheben sich die
grasbewachsenen Hügel einiger der rund 50 erloschenen Vulkane. Mount
Eden ist mit seinen 196 Metern Aucklands höchster Vulkan. Wegen
seiner faszinierenden Aussicht vom Parkplatz auf dem Gipfel, nur zwei Kilometer
südlich des Zentrums, treffen wir hier zum Sonnenuntergang einige
Touristenbusse, die sich ebenso wie unser Eiswagen den steilen Hang
hinaufgequält haben. Wir sehen, dass jenseits des zentralen
Geschäftsviertels die Häuser nur selten höher als zwei Stockwerke
sind. Dafür erstreckt sich die Stadtfläche scheinbar bis ins
unendliche. Auckland ist eine der am dünnsten besiedelten Städte der
Welt - es umfasst das doppelte Gebiet von London, beheimatet aber nur rund eine
Million Menschen. Dies entspricht etwa einem Viertel der Gesamtbevölkerung
Neuseelands!
Bis auf die wenigen Städte ist Neuseeland äußerst
dünn besiedelt und dank der hohen Niederschläge ein sehr grünes
und idyllisches Land. Obgleich relativ klein, besitzt es einen ungeheueren
Naturreichtum: unberührte subtropische Wälder, vulkanische
Kraterbecken, Vulkane, Schlammtümpel und Geysire, zerklüftete
Küsten mit goldenen Sanleftränden und spektakuläre
Gebirgslandschaften. Dabei bietet die vielgestaltige Landschaft eine enorme
Fülle an Tieren und Pflanzen. Fast 90 Prozent der Pflanzen sind endemisch.
Ursprünglich gab es keine Säugetiere auf den Inseln, sodass Vögel
keine natürlichen Feinde hatten und daher - wie zum Beispiel der
ausgestorbene Moa oder der noch heute scheu lebende Kiwi - die Flugfähigkeit
verloren. Auf unserer Fahrt erleben wir es immer wieder, dass Vögel
todesmutig vor unserer heranschießenden, großen, weißen
Blechdose gemächlich auf der Straße herumstolzieren und sich erst in
allerletzter Sekunde wenige Zentimeter zu Seite bewegen, um nicht von unseren
Reifen niedergewalzt zu werden.
Früher waren beide Inseln nahezu vollständig von dichtem Wald bedeckt. Es bestand ein verschlungenes Dickicht aus Moosen, Flechten und Baumfarnen, von denen manche über 10 Meter hoch aufragten. Durch die Brandrodung der Maori und durch die noch viel verheerenderen Einschnitte, die die Europäer unternahmen, ist das empfindliche Gleichgewicht Neuseelands seither sehr gestört. Die Einführung verschiedener Säugetiere sowie Pflanzen, bedroht die einheimische Flora und Fauna.
Zwischen 1837 und 1840 wurden zum Beispiel die ersten
Possums nach Neuseeland gebracht und dort ausgesetzt, um den
Grunleftock für eine einheimische Pelzindustrie zu legen. Bis 1930 erlebte
die Verbreitung dieses nachtaktiven Beutetiers durch behördlich genehmigte
wie illegale Auswilderungen zusätzlich zur neuseeländischen Zucht,
ihren eigenen rasanten Anstieg. Schon seit den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts
versucht man dieser Plage Herr zu werden - jedoch ohne Erfolg. Mit mehr als 70
Millionen Tieren nimmt die Population der Possums noch vor der der Schafen (50
Millionen) den ersten Rang ein. Schätzungen zufolge verspeisen sie derzeit
täglich 21 .000 Tonnen pflanzlicher Nahrung täglich. Sie gefährden
das Überleben des einheimischen Waldes und des Tierbestands, der auf die
Beeren und Pflanzen als Nahrung angewiesen ist, ganz zu schweigen von den Eiern
und Küken, die sie vertilgen. Dem Straßenverkehr zum Opfer gefallene
Possums werden umgangssprachlich als "Road Pizza" bezeichnet. Immer wieder sehen
wir diese auf unserer Rundreise.
Neuseeland verteilt sich auf zwei tektonische Platten, der pazifischen und der australischen. Da sich diese Platten ständig verschieben und aneinander stoßen, gibt es in Neuseeland einige Vulkane, geothermale Gebiete und immer wieder Erdbeben.
Wir fahren am dritten Tag nach Rotorua und finden dort eines der dichtesten und zugänglichsten Geothermalgebiete der Welt. Dampfende Schwaden wabern über kochenden Schlammlöchern, die uns an Kartoffelbrei erinnern, der auf dem heißen Herd vergessen wurde. Verkrustete Mineralablagerungen verleihen den Rändern der Wasserbecken wunderbare Farben. Das Gebiet wurde zuerst von den Maori besiedelt, die die heißen Quellen zum Kochen und Baden benutzten. Die Vögel am Seeufer sind vom mühevollen Brüten befreit, weil die Erde selbst genügend Wärme spendet. Die Gräber auf den Friedhöfen müssen oberirdisch gebaut werden, weil das Graben im Boden wahrscheinlich eine weitere heiße Quelle zu Tage fördern würde. Die Hotels sind mit geothermisch erhitzten Bädern ausgestattet. Der Schwefelwasserstoff, der hier aus der Erdkruste tritt, verbreitet einen fürchterlichen Geruch nach faulen Eiern über der Stadt.
Eine Folge der Vulkanismus jüngerer Zeit ist die fünf Kilometer lange, gähnende Bergspalte des Mount Tarawera. 1886 wurde die Vulkankette nach einer verheerenden Nacht mit mehreren gewaltigen Ausbrüchen in zwei Hälften geteilt. Zeitgleich entstand bei diesem Ausbruch das Waimangu Thermal Valley. Dieses zirka 19 Kilometer südlich von Rotorua gelegene thermale Gebiet ist eines der jüngsten der Welt und auch das größte und vegetationsreichste Neuseelands.
Im Besucherzentrum am Eingang wird uns bestätigt, dass dieses Naturschutzgebiet weitgehend problemlos mit dem Rollstuhl besucht werden könne. Gleich zu Beginn ist der geschotterte Weg bereits so steil, dass Tim von hinten meinen Rollstuhl bremsen und Nico von vorne feste dagegenhalten muss. Hinter der ersten Kurve taucht der Smaragdteich auf. Er entstand beim Ausbruch von 1889 und ist ein Kaltwasserteich, der den Boden des südlichen Kraters bedeckt. Der See ist braun und teilweise unter Algen versteckt. Wir erfahren, dass er tatsächlich zu bestimmten Zeiten auch blau oder smaragdfarbig ist. Der Grund für dieses Farbenspiel liegt an den verschiedenen Pflanzen. Der See wird größtenteils durch Regenwasser gespeist. Sein Wasserspiegel entspricht dem Grundwasserspiegel der Umgebung. Seine Tiefe beträgt nur durchschnittlich zwei Meter.
Weiter windet sich der Weg durch ein von Büschen und
endemischen Pflanzen bewachsenes Tal, dessen Vegetation sich seit dem Ausbruch
von 1886 langsam regeneriert. Der Prozess wird regelmäßig von
kleineren Eruptionen unterbrochen, darunter ein Ausbruch, bei dem 1917 der
Kratersee Frying Pan Lake geschaffen wurde. Mit einem
Durchmesser von 100 Metern ist er der größte Heißwassersee der
Welt. Er hat eine durchschnittliche Tiefe von sechs Metern. Die mittlere
Temperatur beträgt ungefähr 55 Grad Celsius. Das Wasser ist sauer, der
pH-Wert ungefähr 3,5. Das Kohlendioxid und die Schwefelwasserstoffgase
erwecken den Eindruck, das Wasser würde kochen.
Auf der anderen Seite des Sees entdecken wir einen dampfenden Monolithen. Er wird die "Kathedrale" genannt - seine spitzen Türmchen brachten ihm den Namen ein. Dieses massive Lavagebilde ist mindestens 60.000 Jahre alt und damit sehr viel älter als der Tarawera-Vulkan.
Herrliche Kristallwände am Wegesrand zeigen, dass unter günstigen Bedingungen in diesem Gebiet zusammen mit dem warmen Boden Schwefelkristalle und Sulfate entstehen können. Die Kristalle sind sehr zerbrechlich, einige sind durch Regen aufgelöst oder zerstört worden.
Der Bratpfannensee fließt über seinen Ausfluss mit einer Temperatur von zirka 50 Grad Celsius ab. Die Ablagerungen am Rand des Flusses beinhalten Spuren von Antimon, Molybdän, Arsen und Wolfram. Diese Mineralien ergeben zusammen mit der Blaugrünalge die spektakulären Farben wie orange, braun, grün und gelb, die man am Rand der heißen Quellen sieht.
Beeindruckende Mengen emporquellenden heißen Wassers sind die
Attraktion des Inferno Crater, der die Form eines auf den Kopf
gestellten Kegels hat und dessen taubenblaues Wasser zum Teil von faszinierenden
Dampfschwaden verdunkelt wird. Der Geysir selbst ist nicht zu sehen, da er sich
auf dem Grunde des Sees befindet. Der Wasserpegel steigt und fällt streng
nach einem 38-tägigen Zyklus: in den ersten 21 Tagen füllt er sich bis
zum Rand und hat dann eine Tiefe von etwa 30 Metern. In den folgenden zwei Tagen
fließt er über. Dabei beträgt die Wassertemperatur bis zu 80 Grad
Celsius. Das Wasser ist extrem sauer mit einem pH-Wert von bis zu 2,1. In den
restlichen 15 Tagen fällt der Wasserspiegel wieder schrittweise bis auf acht
Meter unter den Rand. Wir waren wenige Tage nach dem maximalen Pegel dort.
Für den Rückweg zum Eingang des Parks wird ein Bus eingesetzt. Meine beiden Assistenten tragen mich im Rollstuhl bis neben den Fahrer, denn es wird zwischen den Sitzreihen zu eng. Die Türe geht nicht mehr zu und Nico steht auf der untersten Stufe am Einstieg. Macht nichts - mit offener Türe und Nico am Abgrund brausen wir zurück durch den Urwald.
Wir fahren weiter gen Süden. Zwei Kilometer nördlich der
Stadt Taupo toben die beeindruckenden Wasserfälle Huka Falls. Hier
zwängt sich der zu den wasserreichsten Flüssen Neuseelands
zählende Waikato River in einen engen Trichter, um sich
dann über eine 10 Meter hohe Bruchkante in einen chaotischen, wild
schäumenden Strudel zu ergießen. Die gewaltige Wucht der rund 400
Tonnen Wasser pro Sekunde sorgt für ein ohrenbetäubendes Tosen und
einen beeindruckenden Anblick.
Lake Taupo ist der größte See Neuseelands, liegt auf 360 Meter Höhe und bietet bei klarem Wetter eine fantastische Sicht auf die Vulkanlandschaft des Tongariri National Park, der zirka 30 Kilometer südlich liegt. Der geologische Säugling Lake Taupo erblickte erst vor rund 2000 Jahren das Licht der Welt, als ein großer Vulkan ausbrach und 24 km³ Felsen, Schutt und Asche in den Himmel spuckte - zehnmal so viel wie bei den Ausbrüchen von Krakatau und Mount St. Helens zusammen. Ein Großteil der Nordinsel wurde bei dem Vulkanausbruch mit einer bis zu 5 Meter dicken Bimssteinschicht bedeckt, und die Asche wurde 50 km hoch in die Atmosphäre geschleudert, so dass sie um die ganze Erde getragen wurde. Die Historiker sind in der Lage, das Jahr der Eruptionen mit 186 nach Christus genau zu bestimmen. Damals verdunkelte sich selbst in China der Himmel. Die Römer verzeichneten eine blutrote Färbung des Firmaments. Bei der Entleerung der unterirdischen Magma-Kammer stürzte die Erde ein und schuf einen riesigen steilwandigen Krater, der sich mit Wasser füllte und den heutigen Lake Taupo bildet. Ganze Strände bestehen aus federleichtem Eruptivgestein, das bei stärkerem Wind über den See getrieben wird.
Cartoon von David Oschmann
Unsere Öffnungs- und Beratungszeiten Mo 10-12 Uhr, Di 16-18 Uhr, Mi 14-16 Uhr,
Frauensprechstunde jeden ersten Mittwoch 17-19 Uhr
Jeden letzten Samstag von 14.30 - 18 Uhr kreatives Gestalten mit Gudrun Hettich. Wer mitmachen möchte, bitte Gudrun 2-3 Tage vorher anrufen unter Tel.: 0711 / 4 797 884.
Jeden Mittwoch ab 19 Uhr ist Clubabend in den Vereinsräumen (bei den Wochenendveranstaltungen der Gruppe sollte man sich vorher vergewissern, ob sie auch wirklich stattfinden)
Jeden zweiten Dienstag im Monat findet in der Reinsburgstraße 56 um 19 Uhr ein Filmabend mit aktuellen Filmen statt.
ABS News ist die Mitgliederzeitschrift des Vereins Aktive Behinderte in Stuttgart und Umgebung - Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ABS-ZSL) e.V.
Vereinsbüro: Reinsburgstr. 56, 70180 Stuttgart
Tel.: 0711/780 18 58
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Redaktion: Maria-Cristina Hallwachs
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