ABS-Logo: Aktive Behinderte in Stuttgart und Umgebung - Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Stuttgart e.V.

News 6 November 2005

Vorwort unseres Ersten Vorsitzenden

Foto von Johann Kreiter Einen herbstlichen Gruß an unsere Vereinsmitglieder, Freunde, Gönner und Förderer unseres Vereines.

Herbst hat ja bekanntlich was mit Erneuerung zu tun, altes verwelkt, damit im Frühjahr neues entstehen kann. So könnte man auch die Entwicklung in der Bundespolitik sehen. Nur wenn es in Berlin bis zum Frühjahr dauert, bis da was blüht, dann gute Nacht deutsches Volk. Der Häuptling Silberlocke aus Bayern, der sich ja bisher immer im Wahlkampf als der Anschieber und Mann der besten Ideen verkaufte, stellt sich jetzt als Bremser heraus. Angela Reagan ist sich noch nicht sicher, wer ihre Reden schreiben soll und hofft wohl, dass sich die Männer, die sie im Rücken hat, endlich neben sie stellen, damit sie besser sehen kann was sie tun.

In diesem ganzen Berliner Komödienstadl ging ein bisschen unter, dass ein Mann von der Berliner Szene Abschied nahm. Karl-Hermann Haack hat sich als Beauftragter für die Belange behinderter Menschen in der BRD einen Namen gemacht. Mit Fug und Recht wurde er von Ottmar Miles-Paul als einer von uns betitelt.

Was vor ihm war, konnte man schlicht weg vergessen, was nach ihm kommt, kann man nur vermuten. Jedenfalls hat dieser Mann die Latte für seine Nachfolger sehr hoch gelegt.

Er bleibt jedenfalls der Szene erhalten, als Präsident des Behindertensports.

Danke Karl Hermann Haack!

An dieser Stelle sei noch mal gesagt, dass es bestimmt nicht leicht ist, es uns allen recht zu machen. Aber das lässt manchmal anscheinend auch seltsame Aussagen zu: Bei einer Tagung versucht sich z.B. eine "bezahlte" Funktionärin, nicht nur mit ihrer Sinnesbehinderung ins recht Licht zu rücken, sondern "unterstreicht" auch noch ihre Kompetenz, mit der Aussage, dass sie als Kind mit einer Gehbehinderung an Krücken ging.

Selbstverständlich sieht man heute nichts mehr davon, weil es vermutlich nur ein Beinbruch war. Wir kennen natürlich solche Aussagen, wie "ich weiß, wie das ist, ich habe selbst schon sechs Wochen im Rollstuhl gesessen", auch wenn es schon Jahre her ist, hat es heute noch Wirkung. Das nennt man Langzeitgedächnis. Aber hat es was an der barrierevollen Situation verändert? Mitnichten!

Ich liebe solche Menschen, die immer wissen, was für einen gut ist. Es erspart uns die Kommunikation, weil die "Behinderten-

versteher" immer wissen, was uns fehlt oder was wir gerade benötigen. Ehrlich gesagt, ich verstehe diese "Behindertenversteher". Sie brauchen das, um ihr soziales Gewissen zu beruhigen und vor allem, um ihren Job zu erhalten. Ist doch klar, es ist leichter einen behinderten Menschen zu verwalten, als ihm Arbeit zu besorgen. Um irgendwelche Verdächtigungen aus dem Weg zu räumen, ich kenne auch bezahlte nichtbehinderte Vertreter aus der Szene, die kompetent und vor allem mit behinderten ehrenamtlichen Aktivisten sehr kommunikativ und gleichberechtigt zusammen arbeiten.

Da können wir auch auf unseren neuen Sozialminister und Behindertenbeauftragter Herr Renner setzen, der die Rahmenbedingungen schaffen will (Stgt.Ztg. 17.10.05), dass ehrenamtliche entsprechend gefördert werden. In diesem Sinne, können wir doch positiv in die Zukunft blicken.

all die Jahre vorher wurde das Vereinsleben auch dieses Jahr von der CMT geprägt. Nur dieses Jahr stand die CMT deutlich im Einfluss der größten Naturkatastrophe, welche die Welt wohl je erlebt hat. Da ich bei meinen Reisen nach Sri Lanka auch gute Freunde gefunden habe, die Gott sei Dank alle überlebt haben, gingen meine Gedanken oft auf diese wunderschöne Insel. Wie ich von ihnen erfuhr, sind sie schon fleißig mit dem Wiederaufbau beschäftigt und hoffen darauf, dass wir bald wieder als Freunde und Touristen zu ihnen kommen. Jeder von uns sollte dazu beitragen, dass diese Menschen mit unserer Hilfe schnell wieder auf die Beine kommen.

Nun zu unseren neuen Vereinsräumen, die ihre Feuertaufe gut überstanden haben. Die Eröffnungsveranstaltung war ein großer Erfolg. Die Sozialbürgermeisterin Frau Müller Trimbusch eröffnete mit mir in einem lockeren Talk die Räume. Zahlreiche Gäste aus allen Bereichen der sozialen Einrichtungen aus Stuttgart waren anwesend. Aber auch die Bezirksämter und Mitarbeiter aus den kulturellen Bereichen der Stadt Stuttgart wollten sich dieses Fest nicht entgehen lassen. Nicht zu vergessen unsere Freunde, die in den Monaten zuvor kräftig mit anpackten, um diese Räume einzurichten.

Eine weitere Veranstaltung fand am 27.1.05 im Rahmen unseres Frauenprojekts Lilith statt. Sie war außergewöhnlich gut besucht und eröffnete das Projekt "Miteinander ins Viertel- Information, Kultur & Beratung für Frauen mit und ohne Behinderung in Stuttgart", das gemeinsam von uns, der Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit für Frauen und Männer der Stadt Stuttgart und dem Frauenzentrum Sarah initiiert wurde. Hier der Dank an alle Mitwirkenden, ihr habt beste Arbeit geleistet. In verschiedenen Gesprächen mit Anwesenden hörte ich heraus, dass sie gerne wieder kommen wollen.

Auch der Vorstand war nicht untätig und hat in einer Arbeitssitzung für 2005 einige Veranstaltungen geplant. Natürlich sind alle willkommen bei uns mitzuarbeiten und mit neuen Ideen mitzuwirken, um dazu beizutragen, die Zukunft des ABS /ZsL e.V. zu sichern.

Euer Erster Vorsitzender Johann Kreiter

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Karl Hermann Haack sagt good bye

Foto von Hermann Haack Berlin (kobinet):

Während im politischen Berlin derzeit der Poker um zukünftige Koalitionen in vollem Gang ist, nimmt heute Abend der bisherige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karl Hermann Haack Abschied aus seinem Amt.

Ottmar Miles-Paul:

Der bisherige Behindertenbeauftragte hat eine Reihe von VerbandsvertreterInnen und WeggefährtInnen für heute Abend zu einem Empfang im Kleisthaus nach Berlin eingeladen. Ursprünglich wollte Haack seinen Abschied schon am 8. September begehen, musste diesen Termin jedoch aufgrund der Termindichte im Wahlkampf noch einmal verschieben. Karl Hermann Haack hat die letzten sieben Jahre als Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen eine Reihe von Reformen in der Behindertenpolitik vorangetrieben und moderiert. Dabei hat sich der SPD-Politiker bei vielen Respekt und hohes Ansehen erworben. Wer seine Nachfolge antreten könnte ist derzeit nicht bekannt. Die Parteien hielten sich im Wahlkampf und nun auch nach der Wahl stets bedeckt, wer diese Position ausfüllen könnte.

Berlin (kobinet):

Für all diejenigen, die gestern Abend bei der Verabschiedung des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung im Kleisthaus nicht dabei sein konnten, sagt Karl Hermann Haack jetzt auch auf seiner Internetseite good bye.

Ottmar Miles-Paul:

Mit einer sehr persönlichen Rede hatte sich Karl Hermann Haack gestern im Kleisthaus in Berlin von seinen MitarbeiterInnen, Verbänden und vielen Weggefährten verabschiedet. Die Zeit als Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen hatte Haack dabei als eine seiner wichtigsten Zeiten seines bisherigen Lebens bezeichnet.

"Mir hat es stets sehr große Freude bereitet, das Amt des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung auszuüben. Was erreicht wurde, ist das Resultat engagierter Teamarbeit auf vielen Ebenen. Mein ganz herzlicher Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in meinem Arbeitsstab und in den Ministerien, meinen Bundestagskolleginnen und Bundestagskollegen, den Verbänden behinderter Menschen und den vielen Einzelnen, die mich mit konstruktiver Kritik, tatkräftigem Engagement und manchmal auch mit Seelenmassage immer wieder motiviert und damit dazu beigetragen haben, dass die Bilanz am Ende so positiv sein konnte", schreibt Haack in seiner Verabschiedung im Internet.

Berlin (kobinet):

Wer wird neuer Behindertenbeauftragter?

Ottmar Miles-Paul:

Während auf der großen politischen Bühne immer noch kräftig spekuliert und gepokert wird, wer zukünftig mit wem wie viel Macht im Lande bekommen wird, wurde gestern Abend am Rande des Empfangs zum Abschied des Behindertenbeauftragten Karl Hermann Haack im Kleisthaus kräftig über die zukünftige Besetzung der Position der oder des Behindertenbeauftragten spekuliert.

Dass Hubert Hüppe von der CDU den Job des Behindertenbeauftragten wohl gerne machen würde, wenn die CDU in der Regierung sein sollte, davon waren gestern viele überzeugt. Die Chancen für Hüppe könnten in einem solchen Fall vor allem deshalb steigen, da Claudia Nolte, die bis 2002 behindertenpolitische Sprecherin der CDU/CSU Bundestagsfraktion war und hinter vorgehaltener Hand ebenfalls als potentielle Anwärterin für das Amt gehandelt wurde, den Wiedereinzug in den Bundestag nicht geschafft hat. Hubert Hüppe war gestern Abend aber selbst nicht bei der Verabschiedung von Karl Hermann Haack anwesend, weil er einen Termin in seinem Wahlkreis wahrnehmen musste.

Was jedoch geschieht, wenn die CDU nicht das Amt des Behindertenbeauftragten besetzen kann, blieb auch gestern Abend weitgehend im Dunkeln. Aus verschiedenen Ecken wurde zwar der Name Karin Roth aus dem Landkreis Esslingen bei Stuttgart gehandelt, doch das ist bisher noch reine Spekulation. Karin Roth soll bereits in der Koalitionsarbeitsgruppe zur Behindertenpolitik engagiert mitgewirkt haben und über ausreichende Erfahrungen in diesem Bereich verfügen, die sie vor allem auch als ehemalige Hamburger Senatorin für Arbeit, Gesundheit und Soziales in der Zeit von 1998 bis 2001 gesammelt hat. Bevor die Frage der Besetzung der Position des Behindertenbeauftragten geklärt wird, wird jedoch wohl erst noch viel Rauch bei den nun anstehenden Verhandlungen verziehen müssen, so sieht es zumindest Markus Kurth von den Grünen.

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Gedanken über unser Schwerbehindertenrecht - Hürden anstatt Hilfen

Leider bietet unser heutiges Schwerbehindertenrecht Beispiele hierfür, dass eine nicht mehr nachvollziehbare Überregulierung des Arbeitsverhältnisses genau das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich gewollt ist: es werden zusätzliche Hürden für die Beschäftigungen aufgestellt, anstatt die Beschäftigung zu fördern uns unterstützen.

Sicherlich ist es wichtig, auch schwerbehinderten Menschen eine Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Allerdings hat unsere Regierung in der Vergangenheit die bürokratischen Vorgaben im Schwerbehindertenrecht von Jahr zu Jahr erhöht. Gerade die gut gemeinten Sonderrechte für schwerbehinderte Menschen, wie besonderer Kündigungsschutz und Zusatzurlaub können Arbeitgeber wegen der damit verbundenen zusätzlichen Belastungen von einer Einstellung abhalten.

Die Vorgaben für die Besetzung eines freien Arbeitsplatzes zeigen besonders deutlich unseren heutigen Bürokratismus. Als erstes muss der Arbeitgeber prüfen, ob der freie Arbeitsplatz für einen schwerbehinderten Menschen geeignet ist, dann sollen die Arbeitsagenturen eingeschaltet und Vermittlungsvorschläge abgewartet werden. Alle Bewerbungen und Vermittlungsvorschläge von schwerbehinderten Arbeitnehmern müssen der Schwerbehindertenvertretung vorgelegt werden. Anschließend müssen diese Bewerbungen mit der Schwerbehindertenvertretung erörtert werden und der Betriebsrat dazu angehört werden. Die Vertretungen sind an den Auswahlverfahren, insbesondere dem Vorstellungsgesprächen auch nicht behinderter Bewerber zu beteiligen und die Schwerbehindertenvertretung von der Bewerberauswahl zu unterrichten. Wenn diese mit der Entscheidung nicht einverstanden ist, muss der Arbeitgeber die Entscheidung den Vertretungen darlegen und mit ihnen erörtern. So werden zu Gunsten von derzeit etwa 190.000 arbeitslosen schwerbehinderten Menschen jährlich etwa 6 bis 8 Millionen Arbeitsplatzbesetzungen mit einer völlig überzogenen Prozedur belastet. Die Krone hat dem ganzen jetzt noch das Bundessozialgericht aufgesetzt: es hatte keine Skrupel schon an die Verletzung solcher bloßen Verfahrensvorschriften sogar noch die Vermutung der Diskriminierung eines schwerbehinderten Bewerbers und damit einen Entschädigungsanspruch zu knüpfen. So schafft man das von allen gewollte positive Einstellungs- und Beschäftigungsklima für schwerbehinderte Menschen ganz sicher nicht!

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"Roll and be happy"

modernes Rollstuhlpiktogramm Veraltet und steif - das hat sicher schon mancher beim Anblick des blauweißen Rollstuhlpiktogrammes gedacht. Unternommen hat jedoch niemand etwas. Rolland Bregy hat diese Gedanken in Taten verwandelt und ein neues Symbol kreiert, es soll Dynamik und Lebensfreude vermitteln. Durch unterschiedliche Farben und die elliptische Form fällt es auf und zeigt Rollis, die unterwegs sind, haben Power und sind aktiv. Die Passivität und das bemitleidenswerte Äußere haben Bregy gestört und so ist ein eleganter Aufkleber entstanden, der alle anspricht.

Neben den Aufklebern gibt es auch die »Silhouette«. Sie ist ohne Umrandung und kann wie alles andere über die Internet-Seite von Rolland Bregy zum Stückpreis ab 5 Euro bestellt werden, Porto und Verpackung sind im Preis enthalten.

Seinem Motto folgend "roll and be happy" hat Rolland Breggy hier nicht nur etwas sinnvolles geschaffen, sondern vermittelt auch den Spaß, den er an den selbstgestellten Aufgaben entwickelt!

Hier die Adresse zur Kontaktaufnahme:

Rolland Bregy
Haus Erica
CH- 3946 Turtmann VS

Tel.: 0041-27932-3168

E-Mail  info @ rolli-welt.ch
Besuchen Sie http://www.rolli-welt.ch/

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Nachrichten aus dem Frauenprojekt Lilith

Gruppenfoto derv Frauengruppe Mit dem Sommerfest Anfang September sind wir erfolgreich in die 2. Phase des Projektes "Gesundheit und Miteinander ins Viertel- Kultur, Beratung und Information" eingestiegen.

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Vernissage der Ausstellung "Seitenwechsel", die noch bis Ende 2005 in unseren Räumen in der Reinsburgstr. 56 besichtigt werden kann. Ein weiteres Highlight der Veranstaltungsreihe ist der Film " Hillary & Jackie", der im Rahmen des Filmfestivals des ABS/Zsl am 12. November um 15.00 Uhr gezeigt wird. Im Mittelpunkt des Films steht die Pianistin Jacqueline du Pre, die an Multipler Sklerose erkrankt und mit 42 Jahren stirbt.

Es werden die verschiedenen Facetten der erfolgreichen Künstlerin beleuchtet, die besonders in der Beziehung zu ihrer Schwester Hillary zum Ausdruck kommen. Der Film hat uns sehr beeindruckt und wurde daher von uns für das Filmfestival als Beitrag des Frauenprojektes Lilith ausgewählt.

Für die Veranstaltungen Wendo - Selbstverteidigung für Frauen am 24. November und Filzen am 1. Dezember gibt es noch freie Plätze. Beim Filzabend freuen wir uns auch über männliche Teilnehmer. Also Jungs, nur Mut!!!

Außerdem haben wir im September Auszubildende des Berufes Kranken- und Gesundheitspfleger am Marienhospital für die Bedürfnisse von Menschen nach Unfällen sensibilisiert und geschult. Damit beginnt eine hoffentlich erfolgreiche Kooperation mit dem Marienhospital, die 2006 weiter ausgebaut werden soll.

Im Dezember 2005 beginnt unter dem Titel "Und los - Kompetenzen für Ehrenamt und Beruf" ein weiteres Los- Projekt im Fasanenhof. Wir wollen den Teilnehmern in dieser Workshopreihe verschiedene Fertigkeiten vermitteln, die sie in ihrer ehrenamtlichen und/oder beruflichen Arbeit einsetzen können. Dazu gehören Kommunikation, Gruppenarbeit, Entwicklung einer Powerpointpräsentation u.a. Start ist der 5. Dezember 19.00 Uhr, Treffpunkt ist das Bürgerbüro am Europaplatz 20/6. Das Projekt wird von LOS, vom Bundesministerium für Familie und von der EU gefördert und ist für Frauen und Männer offen. Es sind noch ein paar Plätze frei. Programm und Termine findet Ihr auf unserer Internetseite und/oder meldet Euch einfach telefonisch bei uns. Dann schicken wir Euch den Flyer zu.

Das nächste Frauencafe ist am 6.Dezember, also am Nikolaustag. Wir freuen uns auf jede Frau, die Lust hat von 16.00 bis 19.00 Uhr mit uns Kaffee und Plätzchen zu essen als auch gute Gespräche zu führen.

Weitere Projekte für Los oder auch im Rahmen der Aktion Mensch stehen in der Planungs- bzw. Startphase. Ihr könnt Euch jetzt schon auf viele interessante Veranstaltungen im Jahr 2006 freuen!

Andrea Petersen
Maria-Cristina Hallwachs

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Eine kleine Philosofi(a): Die Macht des Wortes

Betroffene tun sich mit dem Begriff "behindert" oft sehr schwer. Ersatzbegriffe wie "gehandikapt" werden dann angewandt - ein, wie ich finde, untauglicher Versuch dem Stigma zu entkommen. Ich denke, die Ursache hierfür ist, dass man diesem Urteil - behindert zu sein - entkommen will.

Hier drängt sich die Frage auf, warum man die Behinderung, die ja nichts Selbstgemachtes ist, sondern von außen auf die Betroffenen einwirkt, derart in den Blickpunkt bringen muss, dass es den Anschein hat, als bestünde der Betroffene ausschließlich aus dieser Behinderung. Wie soll er sich mit sich und seinen Eigenheiten identifizieren, wenn scheinbar nur die ihn ausmachen, die auch noch ausschließlich negativ belegt sind.

Die Betroffenen werden also auf ihre vermeintliche Behinderung reduziert. Es interessiert nicht, dass sie oder er eine Frau - ein Mann ist, dass es hier um einen Menschen geht. Das Wort "behindert" stigmatisiert die Betroffenen. In unserer Gesellschaft wird behindert mit unfähig gleichgesetzt, und zwar totale Unfähigkeit der Person.

Perspektive

Ist es aber nicht vielmehr so, dass die Gesellschaft behindert? Stellen wir uns z.B. einen Rollstuhlfahrer vor, der in ein Gebäude möchte, das aber nur über eine Treppe zu erreichen ist. Er hat keine Chance selbständig dort hineinzukommen, er wird durch die baulichen Gegebenheiten behindert. Wenn es an diesem Gebäude aber eine Rampe gäbe, wäre es kein Problem für ihn hineinzugelangen. Und das obwohl er doch angeblich behindert ist? Hier zeigt sich deutlich, dass es eine Frage der Perspektive ist. Hätte jedes Gebäude z.B. eine Rampe, wäre Rollifahrern der Zutritt nicht länger verwehrt, sie könnten unbehindert hineingehen. Inwiefern wäre der Rollstuhlfahrer dann noch behindert?

Oder stellen wir uns eine Baustelle auf der Autobahn vor, auf der sie normalerweise getrost 130 km/h schnell fahren dürfen. Nun muss aber aufgrund dieser Baustelle das Tempo auf 60 km/h reduziert werden. Sind jetzt alle Menschen behindert, die dort entlang fahren, weil sie nicht schneller fahren können? Würde man hier auf die Idee kommen, von Unfähigkeit der Autofahrer zu sprechen? Würde auch nur ein Autofahrer von sich sagen, er sei behindert? Nein, mit diesem Negativ-Prädikat würde sich niemand freiwillig belegen! Jeder würde sagen, ich wurde behindert. Und so ist es ja auch, nur durch äußere Gegebenheiten wurde er behindert. Denn das Potenzial ist ja vorhanden, das Auto ist nicht defekt, es könnte 180 km/h schnell fahren.

Es wird nicht lösungsorientiert mit der Angelegenheit umgegangen, sondern problemorientiert. Man sieht die Einschränkung eines Menschen, sie wird dem Betroffenen aber als seine Unfähigkeit zugeschrieben, und man ist somit jeder Verantwortung entledigt. Beseitigt man aber nach dem Erkennen der Behinderung (z.B. der Treppe) dieselbe, gibt es sie logischerweise gar nicht mehr.

Es geht um den grundsätzlichen Umgang unter uns unterschiedlichen Menschen. Niemals würde ein Mathematiklehrer einem Tierpfleger wegen seiner wahrscheinlich nicht übermäßig vorhandenen Mathematikkenntnisse als behindert bezeichnen; eine Reinigungskraft bezeichnet einen Bauingenieur wegen wahrscheinlich fehlender Reinigungspraxis nicht als behindert, und ein Dachdecker betitelt einen Gärtner nicht als behindert, weil er am Boden arbeitet.

Fähigkeiten

Genau so kenne ich keinen Contergan-geschädigten Menschen, der alle anderen, die nicht z.B. mit den Füßen schreiben oder essen können, als behindert bezeichnet. Oder halten alle im Rollstuhl sitzenden Menschen die Läufer für behindert, weil sie nicht mit dem Rollstuhl umgehen können?

Was macht es denn so leicht, die Betroffenen als behindert zu stigmatisieren, sie ungerechtfertigterweise lebenslänglich zu verurteilen? Ist es vielleicht die Möglichkeit, über eigene Unzulänglichkeiten hinwegzutäuschen? Fühlt man sich dann besser, stärker größer? Braucht man das für sein Selbstbewusstsein? Oder ist es einfach nur Gedankenlosigkeit oder Bequemlichkeit?

Die Problematik des Begriffs "behindert" wird besonders deutlich, wenn man Bewerbungen schreibt oder sich über einen behinderten Menschen unterhält. Ich glaube, dass es einfacher wäre, wenn man die Behinderung direkt benennen würde. Also wenn man z.B. in der Bewerbung schriebe, ich bin Contergan-geschädigt oder ich sitze im Rollstuhl oder ich bin gehörlos. So setzt man sich nicht der Gefahr aus, sofort als absolut unfähig abgestempelt zu werden. Und ich denke, jeder Arbeitgeber kann davon ausgehen, dass ein gehörloser Mensch sich nicht in einem Callcenter bewirbt, ein Rollstuhlfahrer nicht zwingend als Fußballtrainer in der ersten Bundesliga und ein contergangeschädigter Mensch als Kellner. Die betroffenen Menschen können sehr wohl ihre Möglichkeiten einschätzen, und werden es wohlweislich unterlassen, dem Vorurteil der Unfähigkeit auch noch Futter zu geben. Ich sitze im Rollstuhl heißt lediglich, ich kann nicht gehen, ich bin gehörlos - ich kann nicht hören, nicht aber ich kann mich nicht bewegen bzw. ich kann nicht kommunizieren.

Ein blinder Mensch, der viel besser seine anderen Sinne ausgebildet hat, ein geistig behinderter Mensch, der keine Angst hat, Gefühle zu zeigen, ein Contergan-geschädigter Mensch, der bei einem Armbruch noch mit den Füßen essen kann, ein gehörloser Mensch, der sich lautlos unterhalten kann - können wir uns leisten, diese Ressourcen ungenutzt zu lassen?

Vielen Dank an die Autorin Sofia Plich, uns diesen Text zu überlassen, ebenso wie der Zeitschrift B.

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Der ABS beim Deutsch-Französischen Begegnungsprojekt...

Essensausgabe ...Begegnungen können lehrreich sein und den Erfahrungsschatz erheblich bereichern, vorausgesetzt, man will es. Gleich vorweggesagt, diese Begegnung war eine Zangengeburt, weil, wie in vielen Fällen, für die Behinderten was gemacht wurde und nicht mit den Behinderten was gemacht wurde, wie es ursprünglich geplant war. Der ABS hat nun mal seine Zusage gemacht und har sich auch daran gehalten. Bei der Veranstaltung, die von Frau Heidelberger organisiert wurde, war eindeutig die französische Handschrift erkennbar. Etwas leger wurde alles angegangen, wie die Planung und Vorbereitung betrifft. Eigentlich war der ABS Partner, zum Schluss konnten wir immerhin als Catering glänzen.

Theatergruppe Was nicht nur dem Schreiber dieser Zeilen auffiel, ist die Tatsache, dass sehr viele Menschen mit Lernbehinderung auf dieser Veranstaltung waren, die des Französischen, sofern sie nicht aus Frankreich kamen, nicht mächtig waren. Auf der anderen Seite ging es den Schülern aus Frankreich genauso mit der deutschen Sprache. Das Thema "Leichte Sprache", das auf Initiative der Vereinigung für lernbehinderte Menschen "Mensch zuerst" mittlerweile bei vielen Veranstaltungen in Deutschland eine Rolle spielt, wurde bei dieser Veranstaltung außen vor gelassen. Dadurch wurde es auch für viele Beteiligten etwas langweilig, da sie das was auf der Bühne passierte, besonders im zweiten Teil der Veranstaltung, nicht verstanden.

Die Beteiligten gaben sich allesamt aber die größte Mühe, den Nachmittag unterhaltsam zu gestalten.

Schauspieler Die Theatergruppe "Fast normal" der Caritas, hob sich mit dem Theaterstück "Reise nach Paris" besonders hervor. Das Stück war durch die Darsteller, die allesamt eine Behinderung haben, mit einem gewissen Charme geprägt. Jeder für sich hatte seine besondere Note.

Im Anschluss daran, gab die Tanzgruppe aus der Körperbehindertenschule ihr bestes. Hier fragt man schon, warum diese Kinder eigentlich in einer Körperbehindertenschule sind. Sie könnten sich auch jederzeit in ein integrativen Schule behaupten.

Der vorgestellte Dokumentarfilm war filmerisch interessant, trotzdem gab es für einige Zuschauer Probleme. Entweder verstanden sie den Film nicht, oder sie konnten den deutschen Untertitel nicht lesen. Hier sollte in Zukunft besonders darauf geachtet werden, dass die gesamten Angebote barrierefrei gestaltet sind.

Auf der anschließenden Podiumsdiskussion waren mit einer Ausnahme nur Menschen ohne Behinderung vertreten. Unsere Vertreterin, Maria-Cristina Hallwachs, die ein abgeschlossenes Studium in Französisch hat und Dr. Tilman Kleinau, der als Übersetzer professionell Französisch in Schrift und Sprache beherrscht, wurden nicht berücksichtigt, obwohl wir das Angebot machten. Man sollte bei einer Veranstaltung wie dieser schon darauf achten, dass Menschen mit und ohne Behinderung im gleichen Ausmaß zu Wort kommen.

Frau Dr. Janke Teilnehmer der Podiumsdiskussion war u.a. der Schriftsteller M. Nuss, der die bereits erwähnte behinderte Ausnahme bildete. Man könnte auch von dem Quotenbehinderten sprechen. Begleitet wurde er von einer sehr guten Dolmetscherin. Weitere Diskussionspartner waren Frau Dr. Janke (Pro Familia), die kompetent mit guten Aussagen glänzte, der Produzent des Films und ein französischer Fernsehjournalist, der das Gespräch einfühlsam moderierte.

Podium Was einigen Beteiligten auffiel, war die Tatsache, dass auf dem Podium eine große räumliche Lücke zwischen den Autor mit Behinderung M. Nuss und den restlichen Teilnehmern ohne Behinderung war. War es ein Symbol für die Barriere zwischen Menschen mit und ohne Behinderung? Die einen weit links die anderen weit rechts!

Die Macherinnen, Frau Heidelberger, Frau Fischer (VHS), Frau Hähnel (VHS) Die VHS, mit der wir schon gute Erfahrungen gemacht haben, war durch Frau Fischer (Organisation) und Frau Hähnel (Technik) vertreten. Weiterer Mitveranstalter war Frau Heidelberger, die ihre Kontakt nach Frankreich ins Spiel brachte und die französischen Gruppen nach Stuttgart holte.

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Mitglied im Porträt

Dörte Wirths Dörte Wirths ist am 20.06.1970 in Hessen geboren. Durch einen Sauerstoffmangel bei ihrer Geburt lebt sie heute mit der offiziellen Diagnose "frühkindliche Hirnschädigung". Das heißt Dörte hat später als die meisten Kinder angefangen zu sprechen und muss ihre Sprache durch Logotherapie fitt halten. Durch die Spastik ist für sie Feinmotorik schwierig, in der Ergotherapie feilt sie auch daran. Dass sie kein räumliches Sehen und Hören hat stört sie kaum, "ich kenne es ja nicht anders". Manche Dinge muss man ihr langsamer erklären oder noch mal mit anderen Worten sagen, sie kann oft bei dem Tempo anderer nicht mithalten. Sie sagt von sich selbst "viele Menschen haben ein Problem damit, wenn man anders ist. Mir kommt es aber nicht anders vor."

Mit 7 Jahren ist Dörte in ein Internat an einer Sprach- und Körperbehindertenschule gegangen, danach war sie an einer Schule in Langensteinbach zusammen mit geistig behinderten, körperbehinderten und lernbehinderten Kindern. Es ist ihr schwer gefallen, immer auf die Schwächeren Rücksicht nehmen zu müssen: "die Leute sehen, dass man Arme und Beine bewegen kann, da wird man schnell mal zum ehrenamtlichen Mitarbeiter, außerdem wäre ich wahrscheinlich fitter in der Schule geworden"

Mit 19 hat Dörte innerhalb eines Projektversuchs ein Berufsvorbereitungsjahr an einer Regelschule gemacht und als Einzige 1990-93 eine reguläre Ausbildung als Hauswirtschafterin bei der Stadt Karlsruhe gemacht, statt wie die anderen in eine Werkstatt für Behinderte zu gehen.

1993 ist Dörte zu Hause ausgezogen und nach Nuffringen (bei Herrenberg) gegangen, nachdem ihre Eltern ihr gesagt haben "Werd selbständig!" Dort hat sie 1½ Jahre als Hauswirtschafterin bei einer Familie mit 5 Kindern gearbeitet. Selbst sagt sie von diesen 1½ Jahren, dass sie sehr anstrengend waren aber eine gute Lehre fürs Leben. Dort hat sie gelernt schnell, umsichtig und wirksam zu arbeiten. Nach dem Umzug war sie bei der Haus- und Familienpflege immer in verschiedenen Familien, erhielt aber nach einem ½ Jahr die Kündigung, da man bei einer Untersuchung angeblich feststellt, dass Dörte nicht hinter 3jährigen Kindern hinterher rennen kann. Damals wusste sie noch nicht, wie sie zeigen konnte, dass sie sehr wohl aber anders mit den Kindern umgehen kann. Heute hilft ihr bei solchen Problemen neben den Eltern der Integrationsfachdienst.

Nach einem Praktikum im Wohnheim in Plieningen hat Dörte schließlich 8 Jahre in der Behindertenwohnanlage Birkach gearbeitet: Zimmer sauber machen, Geschirr spülen, Wäsche waschen und legen, das gehörte dort unter anderem zu ihren Aufgaben.

Seit 2005 arbeitet sie auf der Demenzstation des Altenheims Betanien in Möhringen. Dort richtet sie das Frühstück, staubt ab, gießt die Blumen und bereitet den Mittagstisch vor. Nach anfänglichen Problemen (vieles musste zu schnell gehen und möglichst alles auf einmal), hatte sie ein Gespräch mit ihrem Arbeitgeber und dem Integrationsfachdienst und hofft nun auf eine Veränderung. Schade, dass immer erst die Eltern oder der Integrationsfachdienst eingreifen müssen, damit sich etwas ändert. Denn Dörte ist sehr wohl in der Lage zu sagen, was sie stört oder überfordert. Aber ganz offensichtlich wirkt es mehr, wenn es jemand anderes tut, wenn es jemand ohne Behinderung macht. "Und das ist oft so" sagt Dörte - sollte uns das nicht zu denken geben?

2003 ist Dörte auf die Aktiven Behinderten / Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen gestoßen und wirkt seit dem eifrig bei uns mit. Die Schokoladenmuffins haben sich bei der Französischen Woche (s.o.) prima verkauft und jeder hat wahrscheinlich schon mal ihre Amerikaner probiert. Genauso hilft sie aber bei den Lilith-Veranstaltungen mit oder schaut so mal vorbei. Danke Dörte, wir können deine Unterstützung gut gebrauchen und mit deinem Humor hast du schon für manchen lustigen Nachmittag gesorgt!

Eines ist Dörte aber auch wichtig zu sagen: "oft werde ich nicht als behindert gesehen, da ich zum Glück nur eine ganz leichte Behinderung habe. Das heißt, von mir wird erwartet dass ich das Gleiche bewältige wie angeblich nicht Behinderte. Manchmal muss ich den Leuten klar machen, dass ich was habe und nicht mithalten kann und will und manchmal halten die einen für beklopter als man ist und wenn man ihnen zeigt, dass es nicht so ist, wissen sie nicht mehr, wie sie mit einem umgehen sollen.06"

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Zwei besondere Veranstaltungshinweise für die nächsten Wochen

Seit September ist in unseren Räumen die Ausstellung Seitenwechsel zu sehen. Wir laden Euch ein, sie zu unseren üblichen Öffnungszeiten (Mo 10-12 Uhr, Di 16-18 Uhr und Mi 14-16 Uhr) noch bis Ende dieses Jahres zu betrachten.

Blättert im Leben eines Menschen. Entdecket Seite für Seite gesammelte Erinnerungen an wichtige, schöne und alltägliche Momente.

Gabriele Kurzenberger eröffnet mit ihrer Ausstellung privater Fotoalben neue Sichtweisen auf einzigartige Biografien von Menschen - ganz alltäglich und doch völlig ungewöhnlich.

Plakat zum FilmfestivalAm 11. und 12. November findet außerdem in den Räumen des ABS / ZsL ein Filmfestival statt.

Es werden Filme mit und über behinderte Menschen gezeigt (genaueres siehe Veranstaltungshinweise unten), Filme die man auch in den letzten Jahren im Kino sehen konnte.

Wir würden uns freuen, viele von euch begrüßen zu dürfen und hoffen, mit dieser Veranstaltung euren Geschmack zu treffen!

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen des ganzen Vorstands - und ich denke es ist auch im Sinne aller Vereinsmitglieder - bei Michael Fischer bedanken. Michael gestaltet unsere Homepage (auf deren Aussehen wir schon oft sehr positiv angesprochen worden sind. Danke Michael, das ist dein Verdienst!). Er muss sich immer wieder mit unseren ausgefallenen Ideen auseinandersetzen, uns Vor- und Nachteile erklären und sie dann in die Tat umsetzen. Außerdem schreibt er nicht nur Artikel für die ABS News, sondern ermöglicht uns auch den Druck. Danke der Firma Kodra und deinen Assistenten, dass sie uns so tatkräftig helfen!

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Kooperation des ABS / ZsL mit der Fördergemeinschaft Querschnittgelähmter (FGQ)

Mehrere Ideen haben uns dazu gebracht, uns mit einigen Vertretern der FGQ zu treffen. Wir möchten auch Menschen, die nach Unfällen in Krankenhäusern liegen ansprechen. Die Fördergemeinschaft hat in Rehabilitationskrankenhäusern wie der BG Unfallklinik in Tübingen oder der Orthopädischen Klinik Markgröningen Stützpunkte, die von Rollstuhlfahrern (Rainer Eisenmann in Tü und Brigitte Seiferheld in Markgröningen) betreut werden. An sie kann man sich jederzeit mit Fragen wenden. Doch nach dem Krankenhaus fällt man oft in ein Vakuum, nach der langen Zeit und in der neuen Situation muss man sein Leben neu organisieren und orientieren. Hierbei könnte der ABS / ZsL Hilfestellungen bieten und Kontaktstelle sein und so die Arbeit der FGQ-ler nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fortsetzen.

Gemeinsam mit der FGQ möchten wir außerdem unsere Kraft für einzelne Aktionen in der Öffentlichkeit stärken. So sind wir schon dabei, eine Aktion zum 5. Mai nächsten Jahres zu planen, um auf die Belange behinderter Menschen aufmerksam zu machen. Genauso möchten wir uns an den Landtagswahlen im nächsten Jahr aktiv beteiligen, damit nicht über unsere Köpfe hinweg Dinge "für uns" entschieden werden.

Ein weiterer Punkt der Zusammenarbeit mit der FGQ werden einzelne Fachtage und Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen sein. Sie sollen vor allem an die Mitglieder beider Vereine sowie an alle interessierte gerichtet sein. Geplant sind Themen wie Urlaub, rechtliche Informationen (Arbeitsassistenz, persönliches Budget, etc.), Liebe und Sexualität und natürlich auch Veranstaltungen, die auf Nachfrage und Wunsch unserer Mitglieder entstehen.

Gemeinsam hoffen wir, dass sich weitere neue und interessante Aktionsmöglichkeiten auftun.

Cartoon: Rollstuhlfahrer wird im Rollstuhl sitzend auf Behindertenparkplatz abgestellt

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Neuseeland

Tongariro National Park

Zweiter Teil des Reiseberichtes von Michael Fischer

Tongariro CrossingMit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, die wir allerdings aus Angst um die Zylinderköpfe nur einmal ausreizen, bringt uns Fahrer Tim in unserem weißen Ungetüm nach Taumarunui. Von dort brechen wir zu unserer nächsten Erlebnis-Tour auf, dem Stratford Heritage Trail, auch Forgotten World Highway genannt. Dabei stellen wir schnell fest, dass Highway für diese urtümliche, unebene, aber doch meistens asphaltierte Lanleftraße ziemlich übertrieben ist. Sie windet sich über 155 Kilometer durch die hügelige Landschaft, führt durch Urwälder, Weideland, an landschaftlich schönen Naturschutzgebieten vorbei. Immer wieder müssen wir anhalten, dem Toben, Zirpen, Pfeifen und Kreischen zuhören, das uns von der Natur entgegenschlägt, und herrliche Täler, riesige Baumfarne, eigenartig geformte Berge, unzählige Schafe bewundern und fotografieren. Nach sechs Stunden erreichen wir mit beinahe leerem Tank und einem Hörschaden die Stadt Stratford am Fuße des nächsten Vulkans. Unser Koch Nico zaubert uns wie fast jeden Abend in der Gemeinschaftsküche aus frischem Gemüse, Salaten, Fischen und anderen Tieren (die nicht schnell genug weggelaufen sind) ein leckeres Menü.

Am nächsten Morgen stellen wir fest, warum der eine Kühlschrank im Gegensatz zu allen anderen am Abend vorher so leer war. Nicht nur sind Milch und Jogurt tiefgefroren, mit den Tomaten könnte man auf Jagd gehen und die Bierflaschen sind geplatzt. Die Kühlschränke in Neuseeland können tatsächlich so aussehen wie Kühlschränke in Deutschland!

Manuga Taranaki

Mount TaranakiDie Region Taranaki ist auf der Landkarte als deutlicher Ausbruch im Westen der Nordinsel auszumachen und bildet eine Halbinsel, in deren Zentrum der Manuga Taranaki liegt, ein symmetrisch geformter Vulkankegel, dessen schneebedeckter Gipfel in 2518 Metern Höhe über der subtropischen Küste thront. Taranaki bedeutet pflanzenloser Gipfel, eine recht passende Beschreibung für die obere Hälfte des Berges. Der Vulkan brach ein letztes Mal 1755 aus. Häufig ist der Gipfel in Wolken gehüllt. Einheimische pflegen zu sagen: "Wenn man den Berg sehen kann, wird es wahrscheinlich regnen, und wenn man ihn nicht sehen kann, regnet es schon." Wir hatten Glück: Wir sahen ihn und es regnete nicht!

Waikanai

TuataraLangsam ziehen wir weiter gen Süden und besuchen das Nga Manu Nature Reserve in Waikanai. In einem großen, nahezu durchweg barrierefreien Park beobachten wir in riesigen Käfigen viele einheimische Vögel, so z. B. die Wood Pigeon, eine der größten Taubenarten der Welt, und den auf der Nordinsel heimischen Kaka. Auch der berühmte Kiwi wohnt in diesem Park, verbringt allerdings unsere Besuchszeit wie den größten Teil seines Lebens (nämlich 20 Stunden pro Tag) schlafend. Der Tuatara - auch lebender Dinosaurier genannt - ist ein Überlebender aus einer Reptiliengruppe, die bereits vor 255 Millionen Jahren existierte. Man nimmt an, dass die Tiere bis zu 120 Jahre alt werden können.

Der rollstuhlzugängliche "bush walk" führt uns in eine einzigartige, naturbelassene Buschlandschaft, wie sie einst überall in dieser Gegend vorherrschte. Über Holzstege und breite Pfade dringen wir in den Urwald ein, atmen die modrige, feuchte Luft und lauschen dem Konzert der Zikaden, bevor wir nach einem Kilometer in die Zivilisation zurückkehren.

Wellington

WellingtonRugby ist eine der populärsten Sportarten in Neuseeland. Es gibt über 500 Rugby-Vereine mit etwa 150.000 aktiven Spielern. Diese Erfahrung machen wir bei dem Versuch, unsere nächste Unterkunft in der Hauptstadt Wellington zu buchen. Wegen eines internationalen Rugby-Turniers sind im Umkreis von ca. 100 Kilometern beinahe alle Gästebetten belegt. Mit etwas Glück finden wir für eine Nacht ein Zimmer in der mit 400.000 Einwohnern recht übersichtlichen Stadt. Sie hat den Spitznamen the windy city, denn die Cook Strait zwischen Nord- und Südinsel wirkt wie ein riesiger Trichter, der den Wind bündelt. Wie meistens auf unserer Reise haben wir kein sonst übliches Wetter und daher auch nur schwachen Wind. In den lebhaften Fußgängerzonen treffen wir immer wieder auf Rugby-Anhänger, die sich wie bei uns zu Fasching verkleiden und durch die Straßen ziehen. Die Stadt liegt in einer großen Bucht und breitet sich über mehrere Hügel ins Landesinnere aus. Daher sind auch nur wenige Straßen eben. Meine beiden Helfer sind daher im stadtnahen botanischen Garten wieder extremen körperliche Herausforderungen ausgesetzt. Doch ihre Anstrengungen werden durch einen herrlichen Ausblick auf die Stadt belohnt. Nicht typisch neuseeländisch, aber wunderschön sind die Pflanzen, die wir in einem der Gewächshäuser bewundern.

Hawke Bay

SchafeWir verlassen den südlichsten Punkt unserer Reise und überqueren den Gebirgskamm mit einer berauschenden Geschwindigkeit von 35 km/h; schneller fährt unser großer weißer Japaner nicht. Uns überholen sogar Lastwagen mit Anhängern, auf denen sich Hunderte von Schafen tummeln. Von der kräftigen Sonne bereits geschmolzen spritzt der Asphalt zur Seite. Straßenschäden werden entsprechend einfach behoben: man nehme flüssigen Asphalt, leere ihn auf den defekten Straßenabschnitt, gebe eine extra große Menge Split darüber, stelle ein 30er Schild am Straßenrand auf - und fertig ist die Reparatur!

Art-Deco-Gebäude wolkenverhangene Gebirge, fahren wir gen Norden zur Hawke Bay. Vom Aussichtspunkt Te Mata blicken wir über die Bucht und sehen am Horizont die Stadt Napier. Sie ist mit circa 50.000 Einwohnern die größte Stadt von Hawke's Bay. Das Klima ist mediterran und die Uferlage wunderschön. Das besondere an diesem Ort jedoch ist die weltweit größte Ansammlung von kleinen Art-deco-Häusern. Am Morgen des 3. Februar 1931 wurde die Stadt vom schwersten Erdbeben in der überlieferten Geschichte Neuseelands erschüttert (7,9 auf der Richterskala). In den nächsten zwei Wochen folgten über 600 Nachbeben, die die Bemühungen behinderten, Überlebende zu retten. 258 Menschen kamen um, 162 davon allein in Napier. Das Zentrum der Stadt war völlig zerstört. Fast alle aus Backstein errichteten Geschäfte und Büros lagen in Schutt und Asche. Die flexibleren Holzgebäude überstanden zwar das erste Zittern, wurden aber vom darauf folgenden Feuer vernichtet, das von einer starken Meeresbriese angefacht wurde. Bei dem Erdbeben wurde der Boden stellenweise um zwei Meter angehoben. Dadurch entstanden 30 Quadratkilometer Neuland - genug Platz, um dort einen Flughafen zu bauen, neue Farmen zu gründen und die Stadt zu erweitern. Wenn man landeinwärts blickt, kann man heute noch ein paar Kilometer entfernt eine auf dem Trockenen sitzende Reihe von Meeresklippen ausmachen.

All dies geschah mitten in einer großen Wirtschaftsflaute, doch die Stadt packte die Gelegenheit beim Schopfe, um neu anzufangen: Dem Geist der Zeit entsprechend wurde fast alles nach den Ideen der Art-deco-Bewegung gestaltet. Dieser simultane Wiederaufbau hat der Stadt eine seltene stilistische Einheitlichkeit verliehen - und neben Miami Beach - zu einer der weltgrößten Ansammlungen von Art-deco-Gebäuden gemacht. Die Vielfalt der Gebäude erscheint uns unendlich. Zickzack-Linien, Rosetten, stilisierte Blüten und Sonnen verzieren die Fassaden.

Beim Gang durch die Straßen entdecken wir in einem Schaufenster richtiges Brot! Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen und sogar Brezeln werden angeboten. Nach nahezu drei Wochen luftigem, gummiartig verformbarem Toastbrot freuen wir uns wie Schneekönige über diesen kulinarischen Hochgenuss!

Bay of Plenty

Strand am PazifikUnsere Reise führt uns durch die Kleinstadt Gisborne. Sie ist Neuseelands östlichste Stadt und sogar diejenige auf der Welt, wo jeden Tag die Sonne zuerst aufgeht.

In Opotiki finden wir eine wunderschöne Unterkunft, 20 Meter vom pazifischen Sanleftrand entfernt. Die Vulkaninsel White Island liegt etwa 50 Kilometer vor der Bay of Plenty und ist bei klarem Wetter gut zu sehen. Abends sitzen wir auf der Veranda, lauschen den brechenden Wellen und beobachten den funkelnden Sternenhimmel. Wir finden sogar das Kreuz des Südens, sind jedoch ganz enttäuscht, da es schräg am Himmel hängt. Wir sind uns ganz sicher, dass dies nicht nur Spätfolgen unseres Biergenusses sind.

In der westlichen Bay of Plenty dreht sich alles um die wohlhabende Hafenstadt Tauranga und ihren Vorort am Strand Mount Manuganui. Sie zählt derzeit zu den am schnellsten wachsenden Städten des Landes. Mount Manuganui am Fuße des gleichnamigen, erloschenen Vulkankegels, ist ein stark kommerzialisierter Badeort und locken uns mit seinem 20 Kilometer langen, goldgelben Strand.

Coromandel Peninsula

Von Auckland aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite des Hauraki Gulf liegt die lange, zerklüftete Halbinsel Coromandel Peninsula mit ihren traumhaften Sanleftränden, weißen Klippen und ihrem hervorragenden Klima. Die Halbinsel besticht durch eine großartige Küstenlandschaft, buschbewachsenes Hinterland und Einsamkeit. Vor allem an der Ostküste erstrecken sich ausgedehnte, weiße Sanleftrände mit eindrucksvoller Brandung. Hier verbringen wir unser letztes Wochenende. Die Halbinsel scheint zahlreiche Hippies, Künstler und Aussteiger anzulocken. Man findet hier und da Leute (zumindest riechen wir es), die (illegal) Gras rauchen.

Etwa auf halber Strecke der Ostküste befindet sich der Hot Water Beach. Für den perfekten Badegenuss ist es wichtig, zum rechten Zeitpunkt einzutreffen - am besten eignet sich hierfür die Phase circa zwei Stunden vor beziehungsweise nach Ebbe. Dann kann man ein Loch in den Sand buddeln und sich im aufsteigenden heißen Wasser entspannen, während die Wellen des Meeres für Erfrischung sorgen. Wir sind sonntags da und der Strand ist recht voll. Aber Nico wagt sich in die pazifischen Wellen.

Strand an der das tasmanischen SeeZum Ausklang unserer dreiwöchigen Tour fahren wir nochmals nach Westen an die tasmanische See. Am Waikato Beach verabschiedet sich die einmalige Nordinsel Neuseelands mit einem prächtigen Sonnenuntergang.

Links zu Neuseeland

Übersichtskarte Nordinsel Neuseeland

In der folgenden Karte ist unsere Fahrtroute in der Farbe pink markiert.

Übersichtskarte der Nordinsel Neuseeland

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Unsere Öffnungs- und Beratungszeiten Mo 10-12 Uhr, Di 16-18 Uhr, Mi 14-16 Uhr, ansonsten nach Vereinbarung - auf Wunsch wird Beratung auch geschlechtsspezifisch durchgeführt.

Jeden letzten Donnerstag im Monat ist ab 19 Uhr Stammtisch im Café "Punktum" im Treffpunkt Rotebühlplatz.

Jeden ersten Dienstag ist zwischen 16 und 19 Uhr offenes Frauencafé in den Vereinsräumen.

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© ABS Stand: 2007-02-25
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