Reiseberichte

Japan 2008

Michael Fischer

Traditionelles Hochzeitspaar im Park

Inhalt

Einleitung

Ein Blick aus dem Fenster zeigt uns, dass es in Strömen schüttet. Schnell packen wir die letzten Kleinigkeiten in unsere Koffer und Taschen und betreten den Aufzug. "Achtung, die Türe schließt sich! Ich fahre nach unten! Ich bin im ersten Stock (bei uns heißt es Erdgeschoss). Achtung, die Türe öffnet sich!" - das wird mir nicht fehlen! "Achtung, die Türe schließt sich!"

Wir verlassen das Hotel. Wie ein kleines Wunder hört es auf zu regnen, so dass wir trocken zum Bahnhof aufbrechen können. Da erschallt ein vertrautes Geräusch: Kuckuck - Kuckuck - Kuckuck - Kuckuck. Das Signal für Blinde an der nächsten Fußgängerampel ist - wie überall in Japan - dermaßen laut, dass man meinen könnte, Blindheit muss hier automatisch mit Schwerhörigkeit gepaart sein. Auch dies wird mir sicherlich nicht fehlen!

Am Bahnhof gibt es tatsächlich zusätzlich zur Rampe, die parallel zur Treppe verläuft, einen Treppenlift! Daran zeigt sich einmal mehr, dass für Behinderte mehr als genug Hilfen und Möglichkeiten vorhanden sind.

Rampe am Zugeinstieg Ein letztes Mal begleitet uns der diensthabende Bahnbeamte zum Zug und legt mir die Rampe am Einstieg zum Eisenbahnwaggon hin, damit ich bequem zusteigen kann. Ich sollte anmerken, dass die Stufe in den Zug so nieder ist, dass die Rampe eigentlich gar nicht nötig wäre!

Kaum sind wir am Flughafen angekommen, beginnt es wieder zu regnen. Es scheint, als ob Japan sich von uns verabschieden würde. Nach über drei erlebnisreichen Wochen verlassen wir das ferne, uns bis dahin so unbekannte Land mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken.

gehe nach oben zu Übersicht

Vorbereitungen

Von der Idee unserer Reise nach Japan bis zur Ausführung verging beinahe ein Jahr! Es stellte sich heraus, dass im Internet für Touristen im Rollstuhl keine Informationen auf Deutsch oder Englisch vorhanden sind. Schließlich stieß ich auf die Seite vom Wakakoma Independent Living Information Center (WILIC). Dies ist eine kleine unabhängige Organisation, die sich für die Belange Behinderter im Land einsetzt. Es werden auch behinderte Gäste aus dem Ausland beraten. Ich fragte sie, ob Fahrzeuge vermietet werden, in denen ich im Rollstuhl befördert werden kann. Tatsächlich bieten dies mehrere große Firmen in Japan an, allerdings sind ihre Internetseiten nur auf japanisch verfügbar. Als Referenz bekam ich die Adresse eines Schweizers, der im Jahr zuvor im rollstuhlgerechten Mietfahrzeug durch Japan gereist war. Seine Erfahrungen gaben mir zu denken:

Der Verkehr in Großstädten ist überwältigend. Generell herrscht eine Not an Parkplätzen. Daher ist es wichtig, stets in Hotels mit eigenem Parkraum zu buchen. Der Nahverkehr ist oft rollstuhlgerecht, so dass man das Fahrzeug eigentlich nur für die Fahrten zu den Hotels oder für Ausflüge auf das Land benötigt. Es ist schwierig, die Hotels zu finden, da Straßennamen normalerweise nur auf japanisch angezeigt werden und das eingebaute Navigationssystem ausschließlich auf japanisch funktioniert. Straßen über Land kosten oft Maut, wegen häufiger Geschwindigkeitseinschränkungen kommt man nur relativ langsam voran.

Aufgrund dieser Information kam uns die Idee, die Reise im Zug zu unternehmen. Ich erfuhr, dass man günstig mit dem Japan Rail Pass alle Eisenbahnlinien von Japan Rail (außer dem schnellsten Shinkansen) beliebig oft und weit nutzen darf. Das Eisenbahnnetz ist bestens ausgebaut und größtenteils rollstuhlgerecht!

Angelika, Gerhard, Allmut, Michael Im September 2007 buchte ich die Flüge für mich und meine drei Begleiter: meine Assistentin Allmut, meine Schwester Angelika und mein Schwager Gerhard. Ich fand eine geschickte Reiseroute von Stuttgart über Helsinki nach Osaka, Abreisetermin 25.3.2008.

Der Berater vom WILIC empfahl mir, alle Hotels im Voraus zu buchen! Somit musste ich zunächst einen detaillierten Reiseplan aufstellen. Daraufhin suchte ich im Internet rollstuhlgerechte Hotels. Auch hier ist das Angebot an Seiten in Englisch äußerst dürftig. Glücklicherweise stieß ich zufällig auf die Hotelkette Toyoko Inn. Diese bietet in fast jeder größeren Stadt - meist nahe am Bahnhof - einfache, jedoch äußerst ordentliche und für uns vollkommen ausreichende und sehr günstige Zimmer an. Einige der Hotels sind sogar mit extra großen, barrierefreien Zimmern ausgestattet. Ich fragte also bei diesen Hotels auf Englisch an und bekam zum Teil auf perfektem Englisch, manchmal jedoch auch kaum verständlich Auskunft. Zum Beispiel schrieb ich: "Do you have enough space for my wheelchair?" ("Haben Sie genügend Platz für meinen Rollstuhl?") Die Antwort lautete: "We have enough of your wheelchair!" ("Wir haben genug von ihrem Rollstuhl!")

Bis Ende Januar 2008 hatte ich fast alle Hotels gebucht. Bei den fehlenden half mir die Mitarbeiterin des japanischen Konsulats in Stuttgart. Somit stand die Reise komplett fest und es hieß nur noch: warten bis zum Abflug!

gehe nach oben zu Übersicht

Osaka

26.3.2008. Schon über acht Stunden sitzen wir im Flugzeug. Endlich sehen wir unter uns das Land der aufgehenden Sonne. Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaido im Norden, die zentrale und größte Insel Honshu, sowie Shikoku und Kyushu im Süden. Dazu kommen 6848 kleinere Inseln. Japan ist kaum kleiner als Deutschland und die Schweiz zusammengenommen. Ein Großteil der 127 Millionen Einwohner lebt in den Ballungsgebieten entlang der Küste, da über das gesamte Archipel eine Gebirgskette verläuft, die ungefähr 73 % der Landmasse Japans ausmacht.

Wir landen auf dem Kansai International Airport, der in der Bucht von Osaka auf einer künstlich aufgeschütteten Insel mitten im Meer liegt. Anfang der neunziger Jahre wurden ganze Berge mit dem Volumen von siebzig ägyptischen Pyramiden abgetragen und der Schutt im Meer versenkt. Es entstand eine fünf Quadratkilometer große künstliche Insel, auf der sich heute täglich 20000 Reisende und Flughafen-Angestellte bewegen. Über eine fast vier Kilometer lange Brücke erreichen wir im Zug das Festland Honshu. Unsere 50 km lange Fahrt ins Zentrum Osakas dauert beinahe eine Stunde. Die Bahn fährt ständig durch bebautes Gebiet. Dicht an dicht stehen hässliche Betonwohnsilos, Fabriken, kleine, gedrungene, japanische Wohnhäuser mit geschwungenen Dächern fast auf den Gleisen. Wir donnern mit mehr als 60 km/h beinahe durch die Gebäude hindurch. Ungefähr 2,5 Millionen Menschen drängen sich in diesem Betonmoloch, der von Eisenbahnlinien, Flüssen und mehrspurigen Straßen auf Stelzen durchschnitten wird.

Osaka Einkaufstrasse Abends gehen wir auf unsere erste Erkundungstour. Unser Hotel liegt nahe am Namba-Bahnhof mit seinen riesigen Einkaufszentren auf verschiedenen Ebenen. Dort finden wir schnell ein Restaurant. Typisch ist die Auslage von Plastikmodellen des Speisen- und Getränkeangebotes im Schaufenster am Eingangsbereich. Es hat zwar den Vorteil, dass man einfach auf das gewünschte zeigen kann, wenn man der japanischen Sprache nicht mächtig ist, jedoch sehen die Kunststoffmuster zum Teil äußerst unappetitlich aus. Außerdem finden wir selbst in abgelegenen Straßen, wohin sich wohl kaum Ausländer verirren, diese hässlichen Teile!

Dank der guten japanischen Sprachkenntnisse und Erfahrungen meiner Assistentin Allmut kann sie uns die Speisekarte größtenteils übersetzen und uns beraten.

Nach dem Essen bummeln wir durch die nahezu unendlich langen Einkaufsarkaden. Immer wieder werden am Straßenrand Leckereien verkauft. Aus den für Japan typischen Spielhallen (Pachinko genannt) lärmt uns Musik entgegen. Junge Frauen flanieren vor uns her, gefährlich auf meist zu großen, hochhackigen Schuhen balancierend - erstaunlicherweise stürzt keine vor meinen Augen ab -, die Haare in eigenartigen Braun- und Blondtönen gefärbt. Die Eleganz ihrer Bewegungen offenbart uns, dass Japan sicherlich ein Paradies für Krankengymnasten sein muss.

In einer stillen Seitengasse entdecken wir einen der beliebtesten Tempel Osakas, Hozen-ji. Dank ihres flexiblen Glaubens beten hier Geschäftsleute um Erfolg, junge Paare um eine glückliche Zukunft und alte Leute um Gesundheit. Hierzu schüttet man etwas Wasser über eine Statue, die daher schon vollkommen mit Moos bewachsen ist.

Die Geschäfte schließen spät, für unverdrossene Einkäufer finden wir auf unserem Heimweg immer wieder 24h-Läden, die Getränke, Essen und weitere Kleinigkeiten verkaufen.

Umada Sky Building Am nächsten Tag fahren wir mit der U-Bahn zum Umeda-Bahnhof. Dort treffen sich drei Linien verschiedener Bahngesellschaften. Im Untergrund breitet sich ein Einkaufszentrum aus, das zu den größten unterirdischen Passagen der Welt zählen dürfte. Ein Labyrinth von Korridoren verbindet Zugänge zu den verschiedenen Bahnlinien mit Kaufhäusern, Hotels, hunderten von Läden und Boutiquen sowie unzähligen großen und kleinen Lokalen. Irgendwie finden wir den Weg nach oben ans Tageslicht.

Etwa einen Kilometer hinter dem Bahnhof steht das Umeda Sky Building. Zwei Hochhäuser, jeweils 40 Stockwerke hoch, sind in den oberen zwei Etagen miteinander verbunden. Dieser Bereich ist 54 Meter auf 54 Meter groß und wiegt über 1000 Tonnen. Er wurde im Jahr 1993 am Boden fertig gestellt und dann mit Stahlseilen nach oben gezogen, 35 Zentimeter pro Minute! Direkt darunter verlaufen in luftiger Höhe zwei Rolltreppen diagonal durch den weiten Raum, die dem Bauwerk eine ungewohnte Eleganz verleihen.

Ganz oben, in 173 m Höhe, bietet sich uns von der offenen Aussichtsplattform ein atemberaubender Blick über die Millionenstadt. Flugzeuge setzen über dem Häusermeer zur Landung an, Flüsse mit unzähligen Brücken durchschneiden das chaotische Stadtbild und manche Straßen führen direkt durch Hochhäuser.

In einem der beiden Gebäude befindet sich die deutsche Botschaft. Um in Japan ein Fahrzeug mieten zu dürfen, besorgen wir uns für unseren Fahrer Gerhard eine Übersetzung seines deutschen Führerscheines.

Osaka Blick von oben Am nächsten Bankautomaten versuchen wir, mit einer internationalen Visa-Karte Geld abzuheben. Es geht nicht, woraufhin Allmut eine Passantin fragt. Sie begleitet uns kurzerhand zur nächsten Bank, die bestimmt 2 km entfernt ist. Nachdem diese jedoch total überfüllt ist, führt sie uns zum nächsten Bankautomaten, der sich unterhalb des Bahnhofes befindet. Nach erfolgreichem Geld Abheben zeigt sie uns noch unseren Bahnhof für die Rückfahrt sowie die Reservierungsschalter von Japan Rail. Dann bringt sie uns wieder ans Tageslicht. Nach etwa einer Stunde verlässt uns die hilfreiche Frau. Immer wieder erleben wir diese Hilfsbereitschaft im Urlaub. Allerdings darf man nicht verloren in der Gegend herum schauen, wenn man keine Hilfe benötigt ...

gehe nach oben zu Übersicht

Nara

Rampe am Zugeinstieg Am nächsten Morgen besorgen wir für unseren ersten größeren Ausflug am Bahnhof die Zugkarten. Am Eingangsgatter gibt es einen extra breiten Zugang für Rollstuhlfahrer. Der Bahnbeamte reißt unsere Tickets ab, ruft einen Kollegen an, dieser holt uns ab, bringt uns zum Aufzug und begleitet uns bis an den Bahnsteig. Dort sind im Boden Zeichen eingelassen, an welcher Stelle sich die Türen eines jeden Wagens je nach Zug befinden. Die Züge fahren grundsätzlich absolut pünktlich ein und halten exakt an den vorgegebenen Punkten! Kaum öffnet sich die Türe unseres Wagens, da legt unser Begleiter eine aufklappbare Rampe an den Einstieg, obwohl der Spalt zwischen Zug und Plattform nur wenige Zentimeter beträgt und die Stufe in den Wagen minimal ist. Nach 10 Minuten Fahrt müssen wir umsteigen. Gerade wollen wir den Wagen verlassen, da wird von außen bereits wieder eine Rampe für meinen Ausstieg angelegt. Der Kollege wurde vom Startbahnhof über unsere Reise informiert. Er bringt uns zum Anschlusszug und bleibt bis zu unserer Abfahrt bei uns.
Am Zielbahnhof werden wir wieder vom Personal empfangen und bis zum Ausgang begleitet! Das ist der ganz normale Service in Japan!

Daibutsu-den Wir sind in der alten Kaiserstadt Nara angekommen. Hierzu muss man wissen, dass Japan bis in das vierte Jahrhundert nicht als Staat vereint war. Zu jener Zeit war der Shintoismus die wichtigste Religion, dessen Ursprung und Begründer allerdings nicht bekannt sind. Der Shintoismus ist durch die Verehrung der Natur, der Vorfahren und der alten Nationalhelden geprägt.
Im sechsten Jahrhundert kam der Buddhismus über Korea und China nach Japan. In den darauf folgenden Jahrhunderten spielte er eine große Rolle bei der Schaffung der einzigartigen Kultur Japans. Zu dieser Zeit, ab dem Jahr 710 bis zum Jahre 794 wurde in Nara der erste ständige Sitz des Kaisers eingerichtet. Überall in der Stadt zeigt sich heute noch der Einfluss des Buddhismus.
Im Park Nara-koen sind etwa 1200 Rehe zu Hause. In vorbuddhistischer Zeit galten sie als Boten der Götter. Heute sind sie dank der Touristen, von denen sie regelmäßig gefüttert werden, dermaßen aufdringlich, dass man sie bereits als Plage ansehen könnte. Es ist empfehlenswert, alle Taschen, die essbares (sogar Papier!) enthalten, fest zu verschließen.

Buddha Daibutsu-den Wir entdecken eine fünfstöckige Pagode aus dem Jahre 1426, eine Kopie des Originals von 730. Sie ist die zweitgrößte von Japan und wird nur von der Pagode des To-ji in Kyoto um wenige Zentimeter übertroffen.
Von hier spazieren wir durch den Park zum 743 gegründeten Tempel Todai-ji. Zuerst erreichen wir das große Südtor Nandai-mon mit 18 Säulen und einer kunstvollen Dachkonstruktion. Die Angst einflößenden, gewaltigen Wächterfiguren im Tor wurden im frühen 13. Jahrhundert geschnitzt.
Der Weg durchs Tor führt direkt auf die Halle des großen Buddha, Daibutsu-den zu. Sie ist mit 48 m Höhe, 57 m Breite und 54 m Tiefe das größte Holzgebäude der Welt. Unglaublich ist, dass es sich um eine Nachbildung von 1709 handelt, die nur 2/3 so groß ist wie das Original! Der große Buddha in der Halle ist mit seinen 16 m eine der größten Bronzestatuen der Welt. Er besteht aus 437 t Bronze und 130 kg Gold! Wir fühlen uns zusammen mit den anderen Besuchern bei diesen Dimensionen winzig klein.

gehe nach oben zu Übersicht

Nagasaki

Sumo-Ringer Nach drei Tagen haben wir endlich das U- und Eisenbahnnetz in Osaka verstanden; da müssen wir uns verabschieden. Die freundliche Dame vom Empfang in unserem Hotel wünscht uns eine gute Reise. Im Spaß meint sie noch, dass wir uns vielleicht an unserem nächsten Ziel in Nagasaki treffen, da sie dort ab morgen einen zweitägigen Urlaub verbringen wird.

Wir fahren mit dem Zug zum Bahnhof Shin-Osaka, an dem die Hochgeschwindigkeitszüge (genannt Shinkansen) abfahren. Während wir auf den Zug warten, beobachten wir mehrere Gruppen von Sumo-Ringern, die zu den traditionellen Frühjahrswettkämpfen reisen. Gekleidet in eleganten Bademänteln, nackte Beine und Holzschuhe mit Riemen, darunter zwei Querhölzer zum Abrollen beim Gehen, die Haare hinten zusammengesteckt, stehen sie wie massige Felsen gruppenweise unübersehbar in der Wartehalle. Hätte ich solch einen Kämpfer als Assistenten, könnte ich meine kraftschonenden Hilfsmittel alle entsorgen, müsste allerdings einen Großteil meines Einkommens in Nahrungsmittel investieren!

Shinkansen Natürlich werden wir wieder bis in unser Abteil begleitet. Der Triebwagen unseres Zuges erinnert an eine Mischung aus Zigarre und Rakete. Das Großraumabteil ist sehr geräumig, links und rechts eines breiten Mittelganges stehen hintereinander jeweils zwei komfortable Einzelsitze, neig- und drehbar, mit Klapptisch und Getränkehalter ausgestattet. Die Beinfreiheit ist beeindruckend. Für Rollstuhlplätze wurden zwei Sitze weggelassen. Pünktlich auf die Sekunde fährt der Zug los. Die Einhaltung des Zeitplans ist international konkurrenzlos. Ursache dafür ist vor allem die Trennung des Hochgeschwindigkeitsnetzes von Nah- und Güterverkehr. Regelmäßig geht der Zugbegleiter durch die Abteile. Öffnet sich die automatische Türe, so tritt er ein und verneigt sich als erstes. Verlässt er am anderen Ende den Wagen, so dreht er sich grundsätzlich herum, verneigt sich nochmals und geht erst dann hinaus. Ebenso verhält sich die Zug-Stewardess, die immer wieder mit ihrem Wägelchen durchläuft und Getränke und Snacks verkauft.

Die Fahrt verläuft wesentlich ruhiger als im Bummelzug, obwohl die maximale Geschwindigkeit bei fast 300 km/h liegt. Nach knapp zweieinhalb Stunden müssen wir umsteigen. Wir haben bereits über 620 km zurückgelegt, das heißt im Durchschnitt fuhren wir trotz mehrerer Haltestellen schneller als 240 km/h!

Nach weiteren zwei Stunden erreichen wir am Abend Nagasaki.

Kaum treten wir am nächsten Morgen vor unser Hotel, da kommt uns Kyoko, die nette Dame vom Empfang in Osaka, zusammen mit ihrer Freundin Rieko entgegen. Die Freude ist groß!

Am 9. August 1945 um 11:02 Uhr warf ein amerikanischer Bomber eine Atombombe - genannt Fat Man - über der Mitsubishi-Waffenfabrik ab, als sich gerade eine Wolkenlücke auftat. Ursprüngliches Ziel waren die Schiffswerften. Obwohl die Bombe ihren geplanten Zielpunkt um mehr als 2 km verfehlte, weil der Abwurf wegen starker Bewölkung radargesteuert erfolgen musste, ebnete sie fast die halbe Stadt ein und tötete etwa 36.000 der 200.000 Einwohner sofort. Über 100000 Menschen starben in Folge der Strahlenkrankheiten. Im Atombombenmuseum werden wir mit schrecklichen Bildern, Berichten und Zeugnissen konfrontiert, die jedem Besucher die Brutalität und Sinnlosigkeit der Atombombe an sich und des Krieges im Allgemeinen vor Augen hält.

Obwohl Nagasaki immerhin etwa 450.000 Einwohner hat, treffen wir Kyoko und Rieko wieder, dieses Mal am Eingang des Museums.

Bierzapfmaschine Unser drittes zufälliges Treffen am Abend - wieder ganz woanders - feiern wir anschließend zusammen in einem gemütlichen Restaurant. Kyoko gibt unsere Bestellung auf und übersetzt uns das meiste auf Englisch - sehr praktisch! Unser erstes Bier zeigt uns die Liebe der Japaner zur Automatisierung: die Bedienung stellt ein Bierglas in eine Maschine. Ein Greifer nimmt das Glas und neigt es etwa um 15°. Langsam strömt aus einem Rohr Bier in das Glas. Kurz bevor es voll ist, wird das Glas wieder senkrecht gestellt, so dass mit der Abschlussfüllung noch etwas Schaum erzeugt wird. Der Greifer gibt das Glas frei und der Gast wird bedient. Die Maschine bereitet uns so viel Freude, dass wir ständig Bier bestellen ... Zum Abschluss wünscht sich Gerhard den Nachtisch des Hauses - ich glaube, es ist südkoreanisch. Eine fast schwarze geleeartige Masse mit bitterem Nachgeschmack wird serviert. Niemand ist begeistert, vor allem nachdem wir herausfinden, dass es sich um geriebenen Schildkrötenpanzer handelt. Es hätte auch gemahlene Schuhsohle sein können ...

Am nächsten Tag mieten wir uns ein Fahrzeug. Dank des Linksverkehrs haben wir jede Menge Spaß. Denn meistens, wenn wir abbiegen wollen, betätigt Gerhard den Scheibenwischer anstatt den Blinker. Wir fahren auf die Shimabara-Halbinsel und besuchen den Unzen-Amakusa Nationalpark. Der Unzen ist ein aktiver Vulkan, der zu den gefährlichsten des Landes zählt. Bekannt wurde der Unzen hauptsächlich durch seine Aktivitätsphase von 1989 bis 1995, die eine 197-jährige Ruhephase beendete. Tausende pyroklastischer Ströme haben seither das Landschaftsbild umgestaltet. Bei den Ausbrüchen kamen knapp 50 Personen ums Leben. Zuerst gelangen wir in den Ort mit seinen unzähligen heißen Quellen und Thermalbädern. Überall dampft und brodelt es aus der Erde und die Luft stinkt schrecklich nach Schwefel. Nachdem wir uns im Besucherzentrum Filme über die heftigen Vulkanausbrüche in den neunziger Jahren angeschaut haben, fahren wir über einen Pass in die Vulkanlandschaft. Im Dunst entdecken wir weit unter uns die Küstenstadt Shimabara.

Buddhistischer Friedhof Umfragen, bei denen die Religionszugehörigkeit der Japaner bestimmt werden soll, kommen regelmäßig zu einem Ergebnis, das die Marke von 100% weit überschreitet - die meisten Teilnehmer entscheiden sich sowohl für den Shintoismus als auch für den Buddhismus. Im allgemeinen denken die Japaner sich nichts dabei, wenn sie in einem Shinto-Schrein heiraten, begeistert Weihnachten feiern und ihre Angehörigen auf dem Friedhof eines buddhistischen Tempels bestatten lassen.

Bei unserem Abschied von Nagasaki entdecken wir beengt zwischen Gebäuden gelegen solch einen typischen buddhistischen Friedhof. Die Gräber sind prunkvoll mit wunderschönen, ganz glatt polierten Steinplatten erstellt, jedoch dicht an dicht aneinander gereiht.

gehe nach oben zu Übersicht

Kumamoto

Naka-dake Unser nächstes Ziel Kumamoto, östlich von Nagasaki gelegen, dient als Ausgangspunkt für unsere Expedition in die Berge des Aso-Kuju-Nationalparks. Dieses Mal hat unser Mietfahrzeug ein Navigationssystem, jedoch auf japanisch. Trotzdem hilfreich ist die Anzeige der Himmelsrichtungen sowie der Straßennummern, die zum Glück in arabischen Ziffern dargestellt werden. Das System ist so fortschrittlich, dass an den Kreuzungen angezeigt wird, wie viele Spuren vorhanden sind und auf welcher abgebogen werden darf. Legt man den Rückwärtsgang ein, so wird das Display zum Bildschirm für die Rückfahrkamera!

Der Vulkan Aso liegt ungefähr im Zentrum der Insel Kyushu. Seine Caldera ist angeblich die größte der Welt. Ihr Durchmesser liegt zwischen 18 und 24 km, der Umfang beträgt etwa 128 km. Dieser Kessel entstand vor 300.000 bis 80.000 Jahren in mehreren unvorstellbar großen Ausbrüchen. Hierbei wurde die gesamte Insel Kyushu mit mehreren hundert Kubikkilometern vulkanischen Materials bedeckt.

Kratersee Naka-dake In der Caldera erheben sich fünf Kraterkegel, von denen nur der Naka-dake aktiv ist. Im Besucherzentrum können wir mit Hilfe ferngesteuerter Kameras direkt in seinen Krater schauen. Nach einer aktiven Phase im Jahr 1995 hat sich dort ein See gebildet, dessen Farbe von smaragdgrün bis türkisblau reicht. Anschließend fahren wir mit dem Auto fast bis zum Rand des Kraters. In etwa 100 m Entfernung von der Öffnung befinden sich Aussichtsplattformen. Leider ist der Wind so kräftig, dass wir den Kratersee immer wieder nur für Bruchteile von Sekunden zwischen aufsteigenden, stinkenden Wolken entdecken. Die brodelnde, unberechenbare Macht des Erdinneren verunsichert uns, da trösten die Betonbunker nur wenig, die am Kraterrand im Falle eines plötzlichen Ausbruchs Schutz bieten sollen.

gehe nach oben zu Übersicht

Sakura-jima Kagoshima

Ganz im Süden der Insel Kyushu liegt die Hafenstadt Kagoshima. In Kagoshimas Parks entdecken wir bei strahlend blauem Himmel unter prachtvoll weiß und weiß-rosa blühenden Kirschbäumen blaue Plastikmatten, auf denen sich Freunde, Kollegen oder Familien zum traditionellen Fest der Kirschblüte (Hanami) versammeln. Es fließt reichlich Bier und Sake, leckeres Essen wird von den fröhlichen Menschen vertilgt. Die Zeit der Kirschblüte beträgt etwa 10 Tage und markiert einen Höhepunkt im japanischen Kalender und den Anfang des Frühlings. Anzumerken ist, dass die japanische Kirsche keine Früchte trägt.

Der Hauptgrund unseres Besuches dieser Stadt ist der fantastische Blick auf Sakura-jima, den gewaltigen, 1120 m hohen Vulkan auf der anderen Seite der Bucht. Seine ständigen Ausbrüche lassen immer wieder Asche, öfters aber auch größere Steinbrocken auf Kagoshima herabregnen. Angeblich sind deswegen die meisten Einkaufsstraßen in der Stadt überdracht. Regenschirme sind hier normalerweise schwarz und dienen weniger als Schutz vor Regen, sondern werden eher wegen des Ascheniederschlages benutzt. Im Umkreis von 10 km um den Krater leben mehr als eine halbe Million Menschen. Früher war der Vulkan von Wasser umgeben, bis eine Eruption 1910 circa 3.000.000 t Lava ausströmen ließ, die eine Verbindung zum Festland herstellten. Da nur weißer Rauch aus dem Schlot aufsteigt, wagen wir einen Besuch an den Fuß des Vulkans!

Rolltrerppe mit Rollstuhl Der Walhai ist nicht nur der größte aller Haie sondern auch der größte Fisch. Das bisher längste gemessene Exemplar war 13,7 m lang! Im riesigen Aquarium am Kai sehen wir neben einem Walhai viele andere interessante Fische - zum Beispiel Rochen mit einer Spannweite von mehreren Metern.

Hier entdecke ich auch die erste (und bis jetzt einzige) rollstuhlgerechte Rolltreppe. Ein freundlicher Herr vom Personal stellt mithilfe eines Schlüssels die Rolltreppe um. Sie läuft noch ein paar Sekunden, verschiebt dann am Einstieg drei Stufen auf eine Ebene und hält an. Ich kann bequem auf die neu entstandene Plattform geschoben werden. Die Treppe wird wieder gestartet, hinter mir schieben sich automatisch Abrollsicherungen nach oben. Im nächsten Stockwerk angekommen hält die Treppe automatisch an, so dass die Plattform ebenerdig in Ruhe verlassen werden kann. Anschließend wird die Treppe wieder auf Normalbetrieb umgeschaltet. Sie läuft an und die Plattform verwandelt sich wieder in drei Stufen! Mitsubishi macht's möglich!

gehe nach oben zu Übersicht

Aoshima

Insel Aoshima Dieses kleine Städtchen erreichen wir von Miyazaki aus mit dem Bummelzug innerhalb einer halben Stunde. Dank warmer Meeresströmungen herrscht hier das mildeste Klima auf der Südinsel. Vom Bahnhof spazieren wir durch einen wunderschönen Palmenpark zum kilometerlangen Sandstrand. Eine Fußgängerbrücke verbindet das Festland mit der Hauptattraktion - die Insel Aoshima. Diese ist von wellenartigen Felsformationen umgeben, die parallel ausgerichtet sind. Es heißt, sie seien 15 bis 30 Millionen Jahre alt. Ihrer spektakulären Form verdanken sie den Namen " Waschbrett des Teufels". Die Insel hat nur wenige 100 m Durchmesser und ihre Mitte ist mit einem dichten Betelpalmen-Wald bedeckt. Die fächerartigen Blätter sind so dicht, dass kaum Licht zu dem im Zentrum gelegenen Schrein dringt.

gehe nach oben zu Übersicht

Beppu

Trommlerrin Beppu heiße Quelle Von unserem Hotelzimmer haben wir einen wunderschönen Blick über den Erholungsort Beppu. Immer wieder entdecken wir Stellen, an denen Wasserdampf aus dem Boden strömt und über die kleine Stadt hinwegzieht.

Mehr als 100.000.000 l heißes Wasser treten hier täglich aus dem Erdinneren an die Oberfläche. Über 3000 Thermalquellen (onsen) und über 160 öffentliche Bäder locken jährlich etwa 12 Millionen Touristen an.

Wir besuchen die acht spektakulären Jigoku (Höllen). Das sind Quellen, bei denen das Wasser etwa 100°C heiß ist. Eingebettet in wunderschönen Parks liegen dampfende Seen, der eine kobaltblau, der nächste weiß, der andere blutrot. Kochende Schlammlöcher blubbern uns braune Spritzer entgegen. In einer der "Höllen" wird das heiße Wasser zur Aufzucht von Alligatoren verwendet. Das karge, überbevölkerte Betonbecken bietet den Tieren jedoch äußerst beengte und unnatürliche Lebensbedingungen. Dagegen beeindruckt uns die Fütterung der Tiere. Die sonst nur faul im Wasser dahin treibenden Alligatoren reißen sich gegenseitig die Fleischbrocken weg und springen sogar aus dem Wasser!

Am Rand der Quellen wird der heiße Dampf genutzt, um Eier zu kochen, leckere Maiskolben, Süßkartoffeln und gefüllte Hefeklöße zu garen.

Im Zentrum stoßen wir zufällig auf ein großes Straßenfest. Ausgelassen werden Gottheiten in Schreinen durch die Straßen der Stadt getragen, damit sie der ganzen Gemeinde ihren Segen zuteil werden lassen können. Es folgen Darbietungen von Trommler-Gruppen, die begeistert von den Zuschauern beobachtet werden. Selbst Jugendliche und Kinder treten mit ihrer Größe angemessen Trommeln auf!

gehe nach oben zu Übersicht

Yamaguchi

Höhle Akiyoshi-do Zurück auf der Hauptinsel Honshu mieten wir uns in Yamaguchi ein Auto. Wieder ist das Navigationssystem nur auf japanisch zu bedienen, darum lassen wir unser Ziel einprogrammieren. Beim Vergleich mit unserer Landkarte stelle ich fest, dass wir uns auf der kürzesten Strecke fortbewegen. Wir biegen in ein kleines Sträßchen ein. Es wird immer enger, schmaler als unsere asphaltierten Feldwege, bis gerade noch unser Auto durchpasst! Obwohl Gerhard auf der "falschen" Seite sitzt, meistert er den Engpass ohne bleibende Schäden am Fahrzeug.

Vor uns erstreckt sich eine Gras bewachsene hügelige Karstlandschaft. So weit das Auge reicht, stehen in den Wiesen fast unendlich viele hellgraue Kalkfelsen, am Horizont nur noch als kleine Punkte zu erkennen. Unter diesen malerischen Bergen (Akiyoshi-dai) befinden sich hunderte von Kalksteinhöhlen. Akiyoshi-do,die größte Höhle Japans, ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Über einen Zeitraum von 300.000 Jahren entwickelte sich die 10 km lange Höhle. Ihr Volumen wird auf 420.000 m³ geschätzt - meine Wohnung würde also knapp 2000 mal darin Platz finden! Mehr als 1 km ist begehbar. Die ersten 700 m sind stufenfrei. Parallel zu einem Fluss dringen wir in das Innere der Höhle ein. Es sind weniger die Tropfsteine, die mich beeindrucken, sondern die unermessliche Weite, die zum Teil 100 m beträgt! Ein leicht ansteigender Felshang mit tausenden kleinen, goldig schimmernden Wasserbecken, die ihre Füllung von Terrasse zu Terrasse weiterreichen, reflektiert das schwache Licht. Kleine Wasserfälle Karstlandschaft Akiyoshi-dai rauschen in die Tiefe. Eine fünfzehn Meter hohe Tropfsteinsäule steht majestätisch am Wegesrand. Auf dem Rückweg in die Außenwelt schimmert uns von der Ferne das Sonnenlicht entgegen und spiegelt sich funkelnd im Fluss.

Am kommenden Morgen stehen wir am Bahnhof von Yamaguchi und warten auf unseren Shinkansen. Vor uns sehen wir vier Gleispaare, die beiden äußeren jeweils am Bahnsteig, die beiden in der Mitte nicht zugänglich. Der Bahnhof liegt in einer leichten Kurve des Streckenverlaufs. Die äußeren Schienen der beiden inneren Stränge sind etwas erhöht.

Da vernehmen wir plötzlich ein bedrohliches Grollen und Donnern. Ein Erdbeben? Explosionsartig schlägt uns ohrenbetäubender Lärm entgegen. Ich drehe meinen Kopf und sehe gerade noch das Ende eines Zuges, der mit seinen etwa 20 Waggons durch den Bahnhof gerast ist! Dies war der schnellste Shinkansen (Nozomi = Hoffnung), dessen Reisegeschwindigkeit bei über 300 km/h liegt. Der Bahnbeamte, der bereits mit der Rampe für meinen Einstieg bei uns steht, meint jedoch ernst, dass der Zug im Bahnhof lediglich etwa 250 km/h fährt.
Unser Shinkansen bringt uns etwas langsamer - jedoch genauso beeindruckend - in 30 Minuten nach Hiroshima, das immerhin 130 km entfernt ist.

gehe nach oben zu Übersicht

Hiroshima

In mehreren Großstädten Japans bieten Vereine kostenlos englisch sprechende Touristen-Führer an, die Gästen ihre Stadt zeigen und näher bringen. Wir treffen uns, wie bereits vor dem Urlaub vereinbart, am Ausgang des Bahnhofs von Hiroshima mit unserer Führerin Haruko Tamura. Sie begleitet uns mehrere Stunden und gibt uns detaillierte Erklärungen:

Um 8:15 Uhr am 6.8.1945 hat ein kurzer Moment unwiderruflich die Weltgeschichte verändert. Der Abwurf der ersten Atombombe zerstörte die Stadt und forderte über 200.000 Menschenleben. Die unmittelbaren bleibenden Auswirkungen auf Hiroshima verleihen dem Schrecken eines Atomkrieges konkrete Realität. Während wir in Nagasaki, der zweiten Stadt, die von einer Atombombe vernichtet wurde, außer im Museum wenig mit der Geschichte konfrontiert werden, sind die Erinnerungen an die Katastrophe hier noch sehr lebendig. Für den ersten Einsatz der Atombombe wurde Hiroshima wegen seiner Bedeutung für die Kriegswirtschaft ausgewählt; hier befanden sich wichtige Militärdepots und Rüstungsfabriken. Erstaunlich schnell ist es den Einwohnern Hiroshimas nach dem Krieg gelungen, aus der Asche wieder eine dynamische Stadt erstehen zu lassen, größer und wohlhabender als das alte Industriezentrum an der Inlandsee. Mit über 1,1 Millionen Einwohnern ist sie heute auf Platz 11 der Millionenstädte in Japan!

Friedensdom Hiroshima Schon wenige Tage nach dem Abwurf der Bombe schöpften die Überlebenden Mut. Hierzu trug auch der Umstand bei, dass die alte Straßenbahn damals noch einsatzbereit war. Mit der heute sicherlich etwas moderneren Bahn fahren wir zu den Erinnerungen an die atomare Katastrophe.

Wir verlassen die Straßenbahn an der Ruine der ehemaligen Industrie- und Handelsmesse mit dem Skelett ihrer Kuppel, nach dem sie den Namen Atombombendom erhalten hat. Sie war einer der wenigen höheren Bauten, von denen nach der Katastrophe noch etwas übrig war. Fast direkt darüber explodierte in 600 m Höhe die Bombe. Nach dem Krieg beschloss man, die Ruine als Mahnmal zu erhalten und so werden die erschütternden Reste bis heute sorgsam konserviert.

Wir gehen weiter zum Friedenspark, der sich auf einer nahe gelegenen Halbinsel befindet. Es herrscht eine ruhige, feierliche Atmosphäre. Töne der Friedensglocke hallen durch die Bäume. Unbekümmertes Leben ins Bild bringen Schulkinder, die mit Blöcken in der Hand herumlaufen und Material für ihre Unterrichtsprojekte sammeln.

Sadako Sasaki war zum Zeitpunkt des Atombombenabwurfs zweieinhalb Jahre alt und wuchs danach als scheinbar gesundes, athletisches Mädchen heran. 1954 erkrankte sie plötzlich an Leukämie, eine bei Überlebenden häufig auftretende Krebserkrankung.

Eine alte japanische Legende besagt, dass derjenige, der 1000 Origami-Kraniche falte, von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekäme. Sadako begann daraufhin, während ihres 8-monatigen Krankenhausaufenthaltes Papierkraniche zu falten, um so ihren Wunsch nach Gesundheit erfüllt zu bekommen. Nachdem sie 1000 Kraniche fertiggestellt hatte, setzte sie ihre Arbeit in der Hoffnung auf Heilung fort. Wie viele Kraniche sie tatsächlich bis zu ihrem Tod gefaltet hat ist unbekannt. Aufgrund der weltweiten Verbreitung und Anteilnahme, die die Geschichte von Sadako Sasaki fand, wurden Origami-Kraniche zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstands gegen den Atomkrieg. Mit den in ihrem Namen eingegangenen Spenden wurde 1958 in Hiroshima im Friedenspark ein von Glaskästen umgebenes Monument für den Weltfrieden errichtet, das Kinder-Friedensdenkmal. Die Kästen werden regelmäßig mit aus ganz Japan zugesandten Papierkranichen neu gefüllt, und seit 1989 findet dort jedes Jahr Ende Juli eine Gedenkveranstaltung statt.

Itsukushima Das steinerne Kenotaph (Scheingrab) in Form eines umgedrehten U enthält eine Steintruhe mit den Namen der Opfer und trägt die Inschrift: "Ruhet in Frieden, denn dieser Irrtum wird sich nicht wiederholen!" Nach den schrecklichen Bildern im Friedensmuseum hoffen wir inbrünstig, dass diese Worte der Wahrheit entsprechen.

Am folgenden Tag besuchen wir Miya-Jima, die Insel der Schreine (im westlichen Sprachgebrauch hat sich eingebürgert, die Heiligtümer des Shintoismus als Schreine, die des Buddhismus als Tempel zu bezeichnen). Vor Shinto-Schreinen steht mindestens ein offenes Tor (torii). Nach einer kurzen Fahrt mit dem Zug sehen wir bereits vom Hafen der Fähre das wohl berühmteste, große rote Torii des Itsukushima-Schreins. Wir haben Glück, denn bei unserer Ankunft wird das Bauwerk von der Flut umspült. Das 16 m hohe Tor scheint auf dem Wasser zu schwimmen. Dahinter sehen wir den Schrein, der sich auf Pfählen erhebt und über dem Meer zu schweben scheint.

Als Kultstätte wird die Insel seit langer Zeit genutzt. Der erste Schrein entstand vor über 1000 Jahren. Die heutigen Gebäude stammen größtenteils aus dem 16. Jahrhundert, das Tor existiert seit 1168, wurde das letzte Mal 1875 neu aufgebaut.

Treppenraupe Wir kommen gerade rechtzeitig, um eine Hochzeitsgesellschaft zu sehen. Alle sind prachtvoll gekleidet. Das Gesicht der Braut ist fast weiß geschminkt, Mund und Augen hervorgehoben, die Haare nach hinten hoch frisiert. Gleich einer Puppe trippelt sie in ihrem engen, prachtvollen Kimono auf Holz-Sandalen zusammen mit ihrem Bräutigam über den Steg.

Auf unserem Rückweg stellen wir im Bahnhof fest, dass dort unser Bahnsteig nur über Treppen erreichbar ist. Dies ist kein Problem in Japan: der Bahnbeamte kommt mit einer elektrisch betriebenen Treppen-Raupe zu Hilfe. Er schiebt das Gerät vor die Stufen und klappt eine Auffahrschiene auf den Bahnsteig, so dass ich im Rollstuhl auf die Plattform geschoben werden kann. Anschließend werden mein Stuhl und ich mit Gurten gesichert und los geht die Fahrt! Zunächst neigt sich die Plattform schräg nach hinten. Dann schieben sich die beiden Riemenantriebe, die mich ein bisschen an einen Panzer erinnern, langsam die Treppe hoch. Dabei wird automatisch die Neigung der Plattform ungefähr konstant gehalten. Oben angekommen schiebt mich mein Helfer zur hinabführenden Treppe. Bis ich endlich unten angekommen bin, sind bereits zwei Züge durchgefahren. Das Hilfsmittel ist also nicht besonders schnell, aber doch äußerst beeindruckend und praktisch! Vom Zug aus beobachten wir, wie der Bahnbeamte Minuten später mit der Raupe zum Ausgangspunkt zurückkehrt.

gehe nach oben zu Übersicht

Okayama

Einer der drei berühmtesten Gärten Japans ist der Koraku-en in Okayama. Er wurde bereits 1700 fertiggestellt und hat sein damaliges Erscheinungsbild bis zum heutigen Tage erhalten! Blauer Himmel und warmer Sonnenschein lockt viele Besucher in den wunderschönen Park. Auf der einen Seite entdecken wir vor herrlich blühenden Kirschbäumen, unter denen sich ein weißer Blütenteppich ausbreitet, ein traditionell gekleidetes Hochzeitpaar zum Fototermin. Hinter mehreren Teepflanzen liegt in hügeliger Landschaft gebettet ein kleiner See. Dahinter erhebt sich die schwarze Burg von Okayama, die im Zweiten Weltkrieg zerstört, dann jedoch 1966 wieder aufgebaut wurde. In den Bächen stehen Gärtner und reinigen die Steine mit Besen von Algen. Kleine Holzbrücken führen zu japanischen Teehäusern, vor denen geschnittene Bäume stehen, unnatürlich in der Form, jedoch harmonisch für das Auge! Mehrere Stunden genießen wir die Ruhe unweit der Stadt.

Seto-Brücke Als nächstes fahren wir zur Seto-Ohashi, eine Kombination mehrerer Brücken, welche die Seto-Inlandsee überspannt und dabei Honshu mit Shikoku verbindet. Sie wurde zwischen 1978 und 1988 errichtet.

Das Bauwerk ist durchgängig doppelgeschossig. Auf dem oberen Deck verläuft die Autobahn, auf dem unteren die Eisenbahnlinie. Insgesamt sind auf der 13,1 Kilometer langen Strecke gut 296.000 Kilometer Stahlseil verbaut - eine Länge, die mehr als sieben Mal um die Erde reichen würde. Für den Bau benötigte man 705.000 Tonnen Stahl und 3.646.000 Kubikmeter Beton. Die Brücken wurden so konstruiert, dass sie auch Taifune und Erdbeben überstehen können. Die Durchschnittshöhe der Brückenpylonen beträgt 200 Meter.

Wir wollen in einem kleinen Boot an einer Rundfahrt zur Brücke teilnehmen. Leider ist mein Rollstuhl einen Zentimeter zu breit und ich muss an Land bleiben. Aber Angelika und Gerhard lassen sich dieses technische Meisterwerk nicht entgehen. Zwar verstehen sie nicht die japanischen Erklärungen, welche durch den Lautsprecher schrillen, aber Gerhard fotografiert jede Ansicht und jedes Detail der Brücke ausgiebig, damit ich im Nachhinein doch noch die Leistung damaliger Baukunst bewundern kann.

gehe nach oben zu Übersicht

Ise

Östlich von Osaka liegt das kleine Städtchen Ise, bekannt für den heiligsten der Shinto-Schreine in Japan. Er wurde im 4. Jahrhundert gegründet und besteht aus ca. 200 Bauwerken. Diese werden, einem shintoistischen Brauch folgend, alle 20 Jahre neu errichtet. Wir haben Pech, denn es regnet kräftig und die Besichtigung fällt daher aus.

Auf unserem Stadtbummel finden wir in einem Wohngebiet ein gemütliches Restaurant. Die Bestellung unseres Essens verläuft unkompliziert, wir werden lediglich gefragt, ob wir Fleisch oder Krustentier bevorzugen. Natürlich probiere ich Ise-ebi, die lokale Langusten-Spezialität. Ein Blick auf die Weinkarte überrascht uns: es werden feine französische Flaschen angeboten. Später erfahren wir vom Koch, dass er über ein Jahr in einer Küche in Brüssel die französische Kochkunst erlernt hat. Wir genießen ein französisch-japanisches Menü von mindestens sieben Gängen. Es schmeckt vorzüglich, auch wenn - wie so oft in Japan - unser ausgewählter Wein ein Einzelexemplar ist und wir daher bei der nächsten Flasche Traube und Anbaugebiet wechseln müssen. Leider bin ich schon vor dem Nachttisch dermaßen voll, dass ich nichts mehr essen kann.

Am nächsten Tag fahren wir durch dicht bewaldete Berge vorbei an malerischen Buchten, vor denen unzählige kleine Inseln aus dem Meer ragen und erreichen Toba. Hier gelang es Kokichi Mikimoto 1893 nach vielen erfolglosen Anläufen, die erste echte Perle zu züchten. Auf der „Perleninsel" können wir in einem Museum sämtliche Stationen auf dem Weg von der jungen Auster bis zur Perle nachvollziehen.

Perlentaucher Die Perlenzucht ist ein hochsensibles Handwerk. Von einer Million Austern bleiben nach drei Jahren nur 270.000 für die Perlenzucht übrig. 60 Prozent von diesen sterben vor der Perlenernte. Und nur wenige davon produzieren Perlen höchster Qualität.

Anfänglich wuchsen die Austern auf dem Meeresgrund vor der Küste in mehreren Metern Tiefe. Taucherinnen (ama) sammelten die Muscheln zum Einsetzen des Perlenkerns und nach der Reifezeit zur Ernte ein. Diese traditionelle Methode wird uns vorgeführt. Heute wachsen die Zuchtaustern in Netzen unterhalb schwimmender Holzroste, zunächst ein halbes bis eineinhalb Jahre, bis sie reif sind für die entscheidende und heikle Prozedur des „tama-ire", des Kerneinsetzens.

Bei Wassertemperaturen unter 15 Grad beginnen die Muscheln nicht, den Fremdkörper zur Perle zu verwandeln. Am aktivsten werden sie bei der Temperatur von 18 bis 25 Grad. Wird das Wasser zu kalt oder droht Sturm, so werden die schwimmenden Zuchtanlagen in wärmere oder besser geschützte Buchten gebracht.

Erst nach Jahren mühevoller Pflege, wenn die Muschel alle natürlichen Gefahren überlebt hat und mit bis zu 1000 feinen Schichten Aragonit den Kern ummantelt hat, wird eine wunderschöne Perle geerntet! Hierdurch erklärt sich auch der hohe Wert makelloser Perlen!

gehe nach oben zu Übersicht

Kyoto

Wir erreichen die letzte Etappe unserer Rundreise. Der neue Bahnhof in Kyoto, 1997 fertig gestellt, ist in eisenbahntechnischer Hinsicht auf dem modernsten Stand. So sind die Gleise zum Teil übereinander angeordnet, die Shinkansen-Bahnsteige auf der zweiten Ebene, die U-Bahnen unter der Erde und weitere Bahnlinien dazwischen. Das Gebäude ist circa 470 m lang und bis zu 15 Etagen hoch. Die Architektur ist auf das heiße Sommerklima und die Regenzeit hin optimiert. Die große Eingangshalle, die von einer imposanten Glas-Konstruktion überdacht wird, wirkt wie eine offene Kathedrale.

Beim Anblick dieses modernen Gebäudes glauben wir nicht, im Zentrum der traditionellen japanischen Kultur zu sein. Die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs haben fast jede Großstadt in Japan zerstört. Kyoto mit seinen 1600 buddhistischen Tempeln, 400 Shinto-Schreinen, Palästen und Gärten wurde jedoch verschont.

Die Anhäufung kultureller Sehenswürdigkeiten verdankt Kyoto dem Umstand, dass es fast 1100 Jahre lang, von 794 bis 1868 die Residenz des Kaisers und damit offiziell die Hauptstadt Japans war. Natürlich ist die Stadt im Lauf der Jahrhunderte immer wieder von Erdbeben, Überflutungen, Bränden und Kriegen heimgesucht worden. Die ursprünglichen Bauten wurden verlegt, verändert und vergrößert, so dass sie oft ein Mosaik verschiedener historischer Perioden darstellen. Nur wenige Gebäude sind älter als 400 Jahre, doch vieles, was als Ersatz älterer Denkmäler entstanden ist, wurde getreu dem alten Stil reproduziert.

Park bei Nijo-jo Wieder hatte ich eine einheimische Expertin engagiert, um uns die fremde Kultur ein wenig näher zu bringen. Schon vorab war ich begeistert, mit welchem Einsatz Masako unseren Tag vorbereitete. Sie machte sich kundig, wo Niederflurbusse verkehren. Sie informierte sich über die Zugänglichkeit verschiedener Tempel mit dem Rollstuhl, über Türbreiten und vieles mehr.

Zur Begrüßung in unserem Hotel erwartet uns bereits eine liebe Nachricht von Masako: "Herzlich willkommen in Kyoto! Komme morgen früh um 11:00 Uhr ins Hotel!"

Nach der Begrüßung zeigt sie uns auf dem Stadtplan unsere Tagesroute. Alles ist bestens vorbereitet und organisiert! Zunächst fahren wir mit dem Bus zum Nijo-jo, dem Schloß. Es wurde 1626 als Residenz des Tokugawa Shoguns erbaut. Wir besichtigen den Ninomaru Palast, der über 3300 m² groß ist und fast vollkommen aus Zypressenholz errichtet wurde. Der Bau dient als ausgezeichnetes Beispiel der sozialen Kontrolle, die sich in seiner Architektur widerspiegelt. Besucher geringen Ranges wurden in den äußeren, einfachen Räumen empfangen, dagegen wurden hochrangige Gäste in die weiter innen liegenden prachtvolleren Räume geführt.

Goldener Pavillon Herrliche Blattgold-Dekorationen und wunderschöne Holzschnitzereien wurden in der Absicht angelegt, den Besucher mit der Macht und dem Reichtum des Shoguns zu beeindrucken. Die Schiebetüren, Decken und Wände jedes Raumes sind mit Wandmalereien dekoriert.

Um die Bewohner des Gebäudes vor Eindringlingen zu schützen, wurde der Boden so konstruiert, dass er ähnlich dem leisen Zwitschern von Vögeln quietscht. Daher stammt auch der liebevolle Name "Nachtigal-Fußboden".

Der wohl bekannteste Tempel ist der Rokuon-ji mit seinem Pavillon kinkaku-ji. Bei stahlblauem Himmel spiegeln sich die vergoldeten Stockwerke dieses prachtvollen Gebäudes im davor liegenden See. Sein Anblick nimmt uns den Atem! Die Gebäude auf dem Tempelgelände wurden im Jahr 1397 errichtet und dienten ursprünglich als Altersresidenz für den Shogun. 1950 fiel der Pavillon der Brandstiftung eines neidischen buddhistischen Mönches zum Opfer, der so viel Schönheit nicht ertragen konnte. Der Pavillon wurde 1955 wieder aufgebaut und gehört seit 1994 zum Weltkulturerbe.

Park bei Ninna-ji Die dritte Station unseres Ausfluges führt uns zum Ninna-ji. Dies ist ein großer buddhistischer Tempelkomplex, der im Jahr 888 erbaut wurde. Die grimmig dreinschauenden Wächterfiguren seines prachtvollen Tores zählen zu den besten ihrer Art. Über einen herrlich angelegten Garten blicken wir vom Tempel auf eine Pagode, die in der warmen Nachmittagssonne leuchtet.

Nicht nur Masako hat sich den ganzen Tag um uns gekümmert, auch ihr Mann wurde eingespannt. Wir treffen uns am Abend in einem Restaurant nicht weit von unserem Hotel, das er im Laufe des Tages ausgewählt hat. Natürlich ist es stufenfrei zugänglich. Gemeinsam feiern wir Abschied von Japan. Wir trinken Bier aus Krügen, die tatsächlich 1 l fassen, wir genießen leckere Speisen mit Fisch, Fleisch, und Nudeln, wir trinken Wein und freuen uns, dass wir so hilfsbereite Freunde gefunden haben.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus zum Bahnhof. Da ertönt die Durchsage: "Achtung, die Türen schließen sich!" Ein wenig später: "Achtung, der Bus biegt an der folgenden Kreuzung nach links ab ..." Das werde ich nicht vermissen, aber das organisierte Miteinander, die Kulturdenkmäler, die Natur und Landschaft, die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit und vieles mehr.

gehe nach oben zu Übersicht

Karte

Landkarte mit Reiseroute

Die Karte zeigt den Westen der Hauptinsel Honshu und die beiden größeren Südinseln Shikoku und Kyushu. Die Reise ist schematisch eingetragen, die einzelnen Stationen mit Ziffern beschriftet:

  1. Osaka
  2. Nara
  3. Nagasaki
  4. Unzen
  5. Kumamoto
  6. Kagoshima
  7. Aoshima
  8. Beppu
  9. Yamaguchi
  10. Hiroshima
  11. Okayama
  12. Ise
  13. Kyoto

gehe nach oben zu Übersicht

Links zu Japan

gehe nach oben zu Übersicht


© Michael Fischer Stand: 2008-08-21
E-Mail   Michael Fischer, fischer @ aktive-behinderte·de